Come, you children, listen to me, I will teach you the fear of the lords
 
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 Imperia

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Kylar

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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 04:49

Kylar sah die schlafende Jelais langsam aufwachen und als sie ihn dann ansah und mit einem Mal hellwach war, wusste er, dass sein Blick bereits alles sagte. Er hätte ja noch vermutet, das sie ganz unschuldig gefragt hätte: „Was ist denn?“ Aber das tat sie nicht und so überlegte er, wie er anfangen sollte. Immerhin sollte er erst einmal dankbar sein, dass sie ihm geholfen hatte. Dass sie ihm vielleicht fast das Leben gerettet hatte, aber er war einfach viel zu sauer, als eine Anständige Dankesrede zu halten. Und gerade als er anfangen wollte sie zurechtzuweisen, verbat er es sich gleich wieder. Nein. Er WAR dankbar, aber nicht jetzt.
Ohne ein weiteres Wort stand er auf und verließ den Raum. Sie sollte sich Gedanken machen. Und er? Er musste sich auch Gedanken machen. Kaum war er draußen, schlug er so kräftig gegen die Wand, dass es sicherlich noch im Untergeschoss zu hören war. Und wieder tat er, was er am meisten hasste. Er war mit sich im Zwiespalt und musste eine Lösung finden. Er war ein gerechter Mann. Er achtete gerne das Gesetz und half all jenen, die Gerechtigkeit brauchten, aber er war auch leider oft viel zu jähzornig. Und Jelais stürzte ihn immer und immer wieder in Zweifel und Verwirrung.
Wieder stand er an der Bar und kippte sich ein Bier nach dem anderen hinter die Binde. Es half beim nachdenken. In sich zusammengesackt saß er da und hatte sogar die Kapuze wieder aufgesetzt. Er sann vor sich hin und murmelte unverständliches Zeug. Sina schlich sich vorsichtig an ihm vorbei und sah nach seiner Herrin, denn sie vermutete die schlimmsten Sachen, die sich glücklicher Weise nicht bestätigten.
„Ich dachte schon, er hätte euch was angetan.“, sagte sie, als sie das Zimmer betrat.
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Jelais

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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 05:07

verständnislos sah sie dem Mann nach, der die Tür hinter sich zu knallte und scheinbar die Wand im Flur einreißen wollte.
Natürlich war ihr bei seinem Abgang nicht entgangen, dass er die Nähte alle wieder gelöst und so scheußlich wieder zusammen genäht hatte, wie zuvor... oder zumindest ähnlich.
Nun war sie es, die wütend war.
Gerade srang sie aus dem Bett, als Sina auch schon herein am.
"Nein ... aber ICH werde IHM gleich was an tun!!!"
donnerte sie und stürmte an Sina vorbei, rauschte die Treppe hinunter und blieb unten erst stehen, als sie auf der anderen Seite von Kylar stand.
"DU ELENDER MISTKERL!!!!! Erst verblutest du fast wegen deiner eigenen Dummheit, dann bin ich so freundlich dir zu helfen und nähe dir auch noch deine Sachen zusammen die dich fast wie einen Bettler aussehen lassen udn dann verschwindest du wütend hinunter an die Theke um zu saufen. WAS IST DEIN PROBLEM DU DICKKÖPFIGER IDIOT!!! WENN DU MEINE HILFE NICHT WILLST KANNST DU ES MIR AUCH ANDERS MITTEILEN! ZUM BEISPIEL INDEM DU EINFACH VERSCHWINDEST ... SO WIE DU ES FRÜHER AUCH IMMER GETAN HAST!!!"
Die Wut und Verzweiflung in ihrem Gesicht waren sicher nicht zu übersehen.
Im Moment fühlte sie sich, als würde sie alles falsch machen, was man nur falsch machen konnte.
Ohne auch nur die kleinste Reaktion ab zu warten, drehte sie sich um und rannte aus der Schenke heraus in die Straßen, wo sie weder nach links, noch nach rechts sah sondern einfach nur lief.
Schleier bildeten sich vor ihren Augen, die verhinderten, sie klar sehen zu lassen.
Mehrmals stolperte sie in verschiedene Richtungen, bis sie sich endgültig irgendwo verlaufen hatte und unmöglich wieder zurück finden konnte.
Sie befand sich irgendwo in Imperia, mitten auf einer Straße, in der es scheinbar viele Stallungen gab.
In eine von ihnen rannte sie einfach hinein, kletterte auf den Boden hinauf und warf sich weinend ins Heu.
Nichts konnte sie ihm recht machen und nichts war Kylar gut genug.
Zumindest schien es gerade so.
Leise wimmerte sie in den Ärmel ihres durch und durch verdreckten Kleides.
Zwei mal war sie gefallen.
Mitten in eine Pfütze aus Schlamm und Dreck.
Sie hätte nicht fort laufen sollen, doch in dem Moment, da sie es tat, konnte sie nichts mehr auf halten.
Wie sehr er ihr weh getan hatte, begriff er wahrscheinlich nicht einmal.
Ihre Fingerspitzen waren dunkelrot und schmerzten.
Das Knie hatte sie sich bei dem zweiten Sturz aufgeschlagen und das Kleid zerrissen.
Ihre Haare waren mit Schlamm verdreckt, ihre Wangen voll mit Schmutz.
Sollte er sich zulaufen lassen und sehen wie er klar kam.
Schließlich war er ja ein unfehlbarer MANN, der NIE Fehler machte.


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Kylar

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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 05:32

Kylar hatte ein paar Bier intus, weil er immer so schnell trank, wenn er wütend, mit sich uneins oder manchmal auch einfach nur traurig war. Heute traf alles zusammen. Was sollte er denn machen? Er ertrug es einfach nicht. Es war ihm unmöglich dieser Frau etwas anzutun und doch wünschte er es sich manchmal einfach. Er war ihr Diener und sie seine Herrin, aber… Es war so anders. Sie hatte mal zu ihm aufgesehen, hatte ihn sehr lieb gehabt. Das war zu lange her…
Er hörte wie sie hinunter gerannt kam und gleich darauf machte sie eine Szene die sich gewaschen hatte. Er hatte sich wegen seiner eigenen Selbstgefälligkeit verletzt. Das stimmte und auch das zweite Mal, war er eigentlich daran schuld. Doch jedes Mal war sie ja wohl die erste Wirkursache gewesen. Und nun? Er blieb vollkommen gelassen, als sie ihn anschrie. Er fühlte sich vollkommen über diese Situation erhaben. Und erst als sie ihm sagte, er solle verschwinden, wie er es früher immer gemacht hatte, weiten sich seine Augen und er hielt die Luft an.
Was?
Er konnte kaum in seinem Schädel zusammen setzen, was sie gerade gesagt hatte. Sie lief weg und hatte ihm befohlen sich von ihr fernzuhalten? Was war sie nur für ein unkluges Mädchen? Sie konnte doch keine zwei Tage in einer solchen Stadt überleben. Er war wie in einer Ohnmacht, er vermochte nicht sich zu bewegen, bestellte noch ein Bier, rührte es jedoch nicht an. Was hatte er getan? Was hatte er sich dabei gedacht?
Was hat sie gesagt?
In seinem Kopf drehte sich alles. Und er fühlte sich zurückversetzt in die Jahre, als er noch nicht ihr Leibwächter gewesen war. Wie die kleine, zerbrechliche Jelais immer weinend ins Haus gerannt war, wenn er ihr mitteilte, aufbrechen zu müssen. Meistens hatte er dann eine Blume in seiner Satteltasche gefunden. Eine kleine Rose mit einem Band daran. Er hatte Jelais einmal beobachtet, wie SIE es tat. Immer hatte sie ein kleines Gebet gesprochen, was ihn beschützen sollte und nun. Aber… Er vermochte nicht sie zu schützen?
„Wollt ihr sie nicht zurück holen?“, fragte der Wirt schließlich mitleidig und Kylar hob endlich den Blick, wobei seine trüben Augen wieder klar wurden.
„Was?“
„Die Kleine, ihr müsst sie zurück holen!“
„Habt ihr sie nicht gehört? Das geht euch gar nichts an!“ Er wollte gerade einen Schluck trinken, als ihm der Wirt eine Hand auf den Bierkrug legte.
„Ihr habt keine Ahnung von Frauen, was? Nun geht schon!“
Und als ob dieser Wirt sein Herr gewesen wäre erhob sich Kylar, nickte und rannte aus der Schenke. Natürlich! Wie konnte er nur so feige sein? Er rannte wahllos in eine Richtung, er hatte keine Ahnung, wo er suchen sollte, wusste nicht, was er machen sollte. Wie ein Ameisenvolk ohne Königin. Kopflos und ohne tieferen Sinn. Auch er stürzte, zufällig genau an der Stelle, wo Jelais auch gestürzt war. Er konnte förmlich spüren, wie sie hier entlanggelaufen war.

„Hey, schau mal, was ich gefunden hab Tom!“, rief ein Mann mit rauer Stimme. „Das wird dem Roten gefallen.“ Ein irres kichern verließ den Mann, der unten in der Scheune Stand. Tom schlenderte näher und sah das bildschöne Fräulein, dass eigentlich nichts hier in dieser Gegend verloren hatte. Das Labyrinth, wo sich nur Bettler und Gesinde herum trieben.
„Komm, Püppchen. Wir bringen dich zurück.“, ein von Skorbut gezeichnetes Grinsen breitete sich auf Toms Gesicht aus. „Du wirst dem Roten gefallen. Sie ist noch Jungfrau, das kann ich förmlich riechen.“ Die Wahrheit war, dass sie keinen Ehering trug und damit auch noch kein Bett geteilt haben musste, wenn sie aus edlen Kreisen kam.
Vier Hände grabschten nach ihr und rissen sie herunter. Sie hatte keine Chance sich zu wehren. Jelais wurde in einen dunklen Wagon geschmissen, wo weitere Mädchen waren. Und dann fassten zierliche weibliche Hände nach ihr.
„Pssst! Seid ihr es Fräulein Jelais?“, es war Moira, deren Augen rotgeweint und groß waren.
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 05:54

Schreiend und wild um sich tretend und schlagend, versuchte sie sich zu befreien.
Sie biss dem einen Kerl in die Hand, dass es nur so knackte.
Leider brachte es ihr überhaupt nichts und sie wurde einfach nur in einen dunklen Wagen geschmissen.
Sofort wurde sie von einigen Händen gepackt.
Die Stimme Moiras erkannte sie sofort.
"Moira? Was zum ... Wo sind wir und was waren das für Männer? Was für einen Roten meinen sie?"
Deutlich konnte sie spüren, wie der wagen an fuhr.
Ein kleines Loch im Boden ließ sie sehen, dass die Frauen hier alle junge Mädchen waren, die entführt worden waren.
Kylar würde sie nie wieder finden, sie ihn nie wieder sehen.
Wieder liefen ihr Tränen über die Wangen.
Vielleicht ... vielleicht suchte er aber doch nach ihr.
"Moira ... hilf mir. Schnell."
Jelais war klar, dass die Männer sie als Sklavin verkaufen wollten oder eben an irgend wen sonst als weis der Geier was.
Sie riss ein Stück Stoff von ihrem Kleid ab, das gerade groß genug war um nicht übersehen zu werden.
Schnell stopfte sie es durch das Loch im Boden, wo es auf den Weg fiel.
Moira begriff nicht gleich was sie vor hatte.
"Kylar ... wenn er wirklich nach mir suchen sollte, wird er die Stofffetzen erkennen und ihnen folgen,"
flüsterte sie ihr ins Ohr.
Moira begriff.
Sie half Jelais die Stofffetzen ab zu reißen und durch das Loch zu schmeißen.
Natürlich ließ Jelais es sich nicht nehmen, immer wieder gegen die Wände zu treten und zu poltern, um auf sich aufmerksam zu machen.
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 06:18

Es war zum verzweifeln. Wo war sie hingelaufen? Was hatte sie sich dabei gedacht? Er rannte wie vom Teufel verfolgt und suchte die Umgebung mit seinen magischen Sinnen ab. Es war so nutzlos. Er wusste, wie sie aussah, kannte ihren Geruch ihre Präsenz, aber er konnte sie nicht ausfindig machen. Er war zu erschöpft. Er war einfach viel zu erschöpft. Er landete auf den Knien du stützte sich mit den Händen auf dem Boden. Die Erde unter ihm wurde nass. Seine Tränen schwollen aus den Augen und sammelten sich an seinen Wangen, um dann zu Boden zu tropfen

Moira half Jelais weiter und fing auch an, ihr Kleid zu zerreißen. Sie wusste, wer diese Männer waren und zu welcher Ausgeburt sie sie schaffen würden. Aber sie wollte dort nicht hin. Lieber zerstörte sie das ohnehin schmutzige Kleid und hoffte auf Rettung.
„Der Rote ist ihr Anführer. Er ist der Kopf einer kleinen kriminellen Bande, die Mädchen als Huren einfingen. Irgendwann brechen sie dich und dann machst du ohnehin was die wollen.“
Sie klang traurig, sie verwünschte den Morgen, an dem sie dieses Kleid angezogen hatte. Aber sie war trotzdem sehr dankbar gewesen. Einen Moment hielt sie inne und hielt dann Jelais Hand. Sie war stark, aber sie hatte furchtbare Angst.
„Er kommt uns doch retten, oder?“, sie hatte seine Macht gesehen…

Kylar hatte eine ganze Zeit so dagesessen und dann viel ihm etwas ein. Wie konnte er hier rumsitzen und nichts tun, während Jelais vielleicht von sonst wem… Nein er wollte nicht mal drüber nachdenken. Sofort sprang er auf und schloss die Augen. Er streckte seine Magie aus. Ein Aufspürungszauber war simpel, aber nicht, wenn man sich kaum konzentrieren konnte, und er konnte nicht behaupten, dass es ihm gut ging. Die Wunde brannte wie Feuer und Säure in einem, aber er versuchte nur einen winzigen Anhaltspunkt zu finden.
DA! Ein Stofffetzen! Er war ganz in der Nähe und Kylar rannte los. Er rannte wie der Blitz und sein Umhang wehte hinter ihm in der Luft, bekam einen Eisblauen schimmer und so beschleunigte er seinen Schritt noch etwas mehr. Dieser Mantel war mit Magie durchwoben. Wenn die Fasern nicht auf eine bestimmte Art und Weise zusammen spielten, war die Magie wirkungslos. Zufällig hatte Jelais das Loch im Ärmel richtig genäht, aber woher hätte sie das auch wissen sollen? Sie konnte keine Magie sehen, sie hatte nicht seine Talente. Er hätte nicht so hart sein dürfen.
Die Fetzen waren in regelmäßigen Abständen ausgelegt und Kylar folgte ihnen wie der Wind. Es sah beinahe aus, als würde er fliegen…

Sie waren angekommen. Eines nach dem anderen wurden die Mädchen aus dem Dunkel gerissen und in einen Raum gesperrt. Der Raum war deutlich heller, als der Karren und nun konnten die Mädchen sich gegenseitig sehen. Alle hatten geweint. Einige waren immer noch verängstigt, andere stinksauer, wieder andere hatten leere Gesichter. Aber allesamt hatten blaue Flecke von der brutalen Art und Weise verschleppt worden zu sein.
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 06:28

"Er wird kommen. Das verspreche ich dir,"
versuchte sie sich und Moira zu beruhigen.
Inständig betete sie , er möge sie finden und retten.
Nie wieder wollte sie ihm davon laufen, ohne sich wenigstens irgendwie verteidigen zu können.
Ihr Ritter ... ihr ein und alles ... ihr Lebensinhalt, der nie erfahren sollte, wie sehr sie ihn brauchte und liebte.
Er würde sie finden, auch wenn es bereits zu spät wäre, doch dann würde sie ...
nein... sie würde sich nicht brechen lassen.
Niemals.
Er würde sie vorher finden, dessen war sie sich sicher und er würde diese Mädchen eben so befreien.
Plötzlich blieb der Karren stehen.
Die Tür öffnete sich und die Mädchen wurden in einen recht hellen Raum gebracht.
Alle sahen mitgenommen aus.
Jelais schien die einzige zu sein, die sich wirklich beherrschte und benahm, als sei sie eben in eine Kriegsgefangenschaft geraten.
Niemals würde sie ihren Körper irgendwem her geben.
Eher würde sie sterben.
"Hab keine angst. Er wird kommen. Ich weiß es."
Vielleicht entwickelte die kleine Rose, welche sie ihm eingestickt hatte, durch die Liebe die in ihr steckte, eine verborgene Magie aus.
Nein... dieser Gedanke war viel zu absurt.
Wie sollte ein solch gesticktes Bild denn Magie in sich tragen?
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 06:44

„Ha!“ Tom ging in halbgebückter Haltung, vor einem großen Mann her, der eine rote Robe trug. Die roten Haare, waren gepflegt nach hinten gekämmt und der rote Bart zu einem Zopf geflochten. Er sah aus wie ein Magier und sicherlich war er der, den sie „Der Rote“ nannten. Wie lächerlich das schien. Moira hielt sich an Jelais fest, aber sie weinte nicht mehr, sondern versuchte eine Stärke auszustrahlen, wie Jelais es tat.
„Gut Tom und Gilbert. Ich sagte ihr dürft jeder eine haben, wenn ihr mehr als fünfzehn bringt, und ich halte mein Wort.“
Tom nahm sich ein Blondes Mädchen mit einem samtblauen Kleid, die zappelte und schrie, woraufhin Tom so lange schlug, bis sie sich nicht mehr regte. War sie tot? Gilbert hingegen trat direkt auf Jelais zu. Sie hatte ihn gebissen und nun würde er sich rächen. „Miez, Miez, Miez.“, sagte er und Moira stellte sich vor sie und breitete die Arme aus.
„Nein!“, sagte sie und verunsichert schaute Gilbert zu dem Mann in Rot. Dieser trat näher und zerrte Jelais zu sich heran. Ihre Glieder wurden gelähmt und sie wurde steif wie ein Eiszapfen. Er wirkte einen Zauber auf sie. Gilbert achtete also nicht weiter auf seinen Gebieter und schnappte sich Moira. Die vor Schreck aufschrie. Dann wurde die Tür mit den anderen Mädchen zugeschlossen. Jelais wurde von dem Magier an die Brust gefasst und dann flüsterte er in ihr Ohr: „Wir werden Spaß haben.“
„Glaubst du?“, sprach eine wütende und zugleich eisige Stimme, von der niemand so genau sagen konnte, woher sie kam. Aber es war ganz eindeutig die Stimme von Kylar. Dann tauchte er wie von Geisterhand vor dem Roten Kerl auf, welcher hastig einen Schritt zurück sprang. War er unsichtbar gewesen? „Lass sie los!“, zischte er. In Wirklichkeit, war Kylar vom Dachgebälk gesprungen.
„Ergreift ihn!“, sagte der Magier und seine Bluthunde taten wie ihnen geheißen. Kylar werte sich indem er allesamt mit einem Streich seines Stabes von den Füßen warf. Es sah aus, als würde er das mit seiner puren Muskelkraft tun, aber Kylar setzte natürlich Magie ein.
„Ein Schritt und die Kleine war einmal!“, schrie der Mann entsetzt auf und zückte ein Messer, was er an Jelais Hals hob. Kylar erstarrte. Er konnte nicht riskieren, dass ihr etwas zustieß. Bereitwillig, ließ er sich Ketten anlegen und wurde vor die Knie des Magiers geworfen. Dort verharrte er.
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 07:03

Fast hätte sie erleichtert aufgeatmet, als sie Kylars Stimme vernahm.
Moira würde sie noch retten und der Kerl sollte dafür büßen, dass er sie mit sich gezerrt hatte.
Als dieses widerliche Subjekt ihr an die Brust fasste, hätte sie am liebsten ausgeholt, doch auf Grund des Zaubers, der auf ihr lag, war dies ja nicht möglich gewesen.
Als der Kerl dann aber erschrocken zurück wich, ließ der Zauber nach und Jelais spürte, wie sie zumindest einen Arm wieder bewegen konnte.
Mit schreck geweiteten Augen musste sie zu sehen, wie Kylar sich in Ketten legen ließ.
Der Magier, der hinter ihr stand, hatte jedoch nicht mit Jelaises Handlung gerechnet.
Wahrscheinlich nicht einmal Kylar selbst.
Vorsichtig wanderte ihre Hand an ihren ... nun ... samtenen Gurt, der das Kleid eigentlich nur verzierte und zog ganz vorsichtig an einer Perle, die ebenfalls als Verzierung diente.
Vorsichtig zog sie den Arm wieder zurück, dabei entblößte sich eine Nadel, die an der perle befestigt war.
Alleine die Götter wussten, wie Jelais es geschafft hatte, sich an diesem Ding nicht zu verletzen, so lang wie es war.
Die Nadel wirkte bei genauerem hinsehen wie eine flache kleine Klinge, weshalb sie nicht auf fiel, als Jelais sie sacht hinter ihrem Po verschwinden ließ und plötzlich mit einem Ruck direkt in die Kronjuwelen des Mannes stach, der augenblicklich die Klinge an Jelais´Hals fallen ließ und zu Boden sank, sich dabei das eben erwähnte fest hielt.
Blieb Jelaise nur zu hoffen, das Kylar noch kräftig genug war, um sie zu retten.

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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 07:21

Kylar kniete da, und war nun auf Augenhöhe, mit dem Magier, der sich schnell wieder aufgerappelt hatte. Kylar sah aus, als wäre er der Ohnmacht nahe. Er bewegte sich keinen hauch breit und atmete etwas schneller als es normal war. Jelais empfing eine saftige Ohrfeige und der Magier stützte sich auf eine neben ihm stehenden Soldaten. Immer noch hielt er sich die Eier und fluchte und schimpfte und jammerte. Stammelnd befahl er alles was sich bewegte umzubringen und ließ sich dann von dem Wachmann nach draußen bringen.
Einer hielt Kylar ein Schwert auf den Nacken und dieser rührte sich noch immer kein Stück. Und dann rauschte die Klinge hinab und durchtrennte den Hals. Und plötzlich drang ein geisterhaftes lachen durch den Raum. Kylar sprang vom Deckenbalken und stach seinen „Mörder“ nieder. Er fand es sehr amüsant, wie dieser Tölpel von einem Magier nicht seine Illusion erkennen konnte und grinste. Dann kümmerte er sich um den Rest der Bande. Eisblaues Feuer züngelte aus seinen Händen und dem Stab. Seine Augen strahlten, wie hellblaue Diamanten in der Sonne und die Runen auf seinem Körper und in dem Mantel leuchteten. Jetzt konnte man sehen, dass der Mantel Magisch war und die Runen auch teilweise über die Nähte verliefen, die er erneut geflickt hatte. Es war atemberaubend, wie er die Männer einen nach dem anderen vernichtete und teilweise in Staub verwandelte. Er war wirklich wütend, aber das Grinsen, es sagte etwas anderes. Es schien fast so, als freue er sich darüber, diese Männer auszulöschen.
Kylar lief letztlich auf Jelais zu und kniete sich neben sie. Er hob ihren Körper an und zog sie zu sich ran. Dann umarmte er sie lange, ehe er ihr aufhalf und sie wieder los ließ. Niemals hätte er es gewagt ihr seine Tränen zu zeigen. Es gab auch keine Anzeichen dafür, aber er hätte gerne einfach losgelassen und geweint. Kylar hatte sich solche Sorgen gemacht.
„Kommt. Lasst uns gehen.“
Die anderen Mädchen waren ihm noch gar nicht aufgefallen. Alle seine Sinne waren auf Jelais gerichtet und das war auch gut so. Er war schwach und trotzdem hatte er wie ein Racheengel gekämpft. In diesem Handwerk konnte ihm niemand etwas vormachen.
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 07:34

Die Ohrfeige hatte gesessen und Jelais direkt hin fallen lassen.
Sie hielt sich die Wange, die nun pochte uns glühte.
Als der Magier den Raum verließ, wate sie es sich nicht mehr, sich zu bewegen, denn es wäre Kylars ende, würde er sich ihretwegen rühren.
Im nächsten Moment schrie sie jedoch wie wahnsinnig auf und sah, wie das Schwert durch den Hals des Geliebten jagte.
Ihre Augen füllten sich mit heiße Tränen, die ihr augenblicklich über die Wangen liefen.
Noch hatte sie gar nicht bemerkt, dass Kylar da oben im Gebälk saß und lachte, doch im nächsten Moment sprang her herunter.
Nun erkannte sie den Fehler, den sie gemacht hatte.
Sie hatte ihm fast den Umhang zerstört und das nur, weil sie ihm eigentlich einen Gefallen tun wollte.
Sie hätte schwören können, dass selbst ihre Rose in diesem Moment geglüht hatte, doch war es wirklich so gewesen?
Hinterher war sie sich nicht mehr so sicher.
In dem Moment, sah sie nun nur noch ihren Ritter, der wie ein Löwe kämpfte, um sie zu befreien.
Als er sich nun zu ihr beugte, sie lange im Arm hielt, legte sie ihre Arme um seinen Hals, genoß das Geräusch seines schlagenden Herzens und die Wärme seines Körpers.
"Nein.. Sie haben Moira mit genommen. Ich habe ihr versprochen das du sie rettest. Und diese Mädchen da ... wir können sie nicht ihrem Schicksal überlassen. Er will sie ... er will das sie ... sie sollen sich jedem gegen Geld hin geben... "
Einzig die Tatsache, dass sie gerade gerettet worden war, ließ sie so ruhig und doch stark bleiben.
Sie würde sich später entschuldigen, denn es war nicht an Kylar gewesen dieses Mal den Fehler zu machen, sondern an ihr.
Wie damals, sah sie ihn flehend an.

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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 07:55

Wie hätte er seiner Herrin den Wunsch abschlagen können? Er sah sich um und konnte nun endlich auch die verzweifelten Mädchen sahen, die herzzerreißend die Arme nach ihm ausstreckten und durcheinander wimmerten, er solle sie befreien. Ein kurzer Blick und das Schloss zersprang in seine Einzelteile. Kylar folgte den Rufen der armen Moira. Er hätte schwören können, dass sie ihn rief. War sich aber nicht so sicher.
„Warte hier!“, befahl er.
Er hastete dorthin, wo er sie vermutete und riss die ohnehin lockere Tür aus den Angeln. Dort konnte sie jemanden sehen, der sich gerade versuchte über sie herzumachen. Er schien noch nicht erfolgreich gewesen zu sein. Er hatte die Beine Moiras an zwei Stümpfe gekettet, sodass diese gespreizt waren und sehr tief blicken ließen. Kylar schaute nicht einmal zu ihr und ließ die Seile wie Seifenblasen zerplatzen. Dann packte er den Mann und schleuderte ihn den Boden
„Schäm dich!“, brüllte er und schlug ihm ins Gesicht. Er war sofort bewusstlos. Dann band er ihn mit den Beinen an die Stümpfe und ließ ihn so hängen. Gleich darauf entfesselte er Moira, die immer noch weinte. Er glaubte nicht, dass er sie genommen hatte, da er nicht einmal einen hochbekommen hatte. Er nahm sie hoch und sein Mantel war immer noch von leuchtenden Runen bedeckt.
„Die andere…“, hauchte sie. Kylar trug sie nach draußen zu Jelais und er ging wieder in die Hütte. Zuerst band er den hässlichen Mann ebenfalls am Bett fest, so wie er es bei Moira getan hatte und dann entblößte er ihn, indem er ihm die Hose vom Leib riss. Mal sehen, wie er sich nun fühlte, wenn er aufwachte. Anschließend verließ er die Hütte und lief in die nächste aus der verdächtige Geräusche kamen. Ein widerlicher Kerl machte sich über ein blondes Mädchen her. Sie schien bewusstlos. Der Mann war so in Ekstase, dass er Kylar gar nicht mitbekam. Deshalb wurde er auch einfach von der Frau weggerissen und donnerte an die Wand, wo er hinunter rutschte. Kylar prüfte, ob die Frau noch am Leben war und stellte fest, dass dieses kranke Schwein eine Leiche genommen hatte. Er würde dafür sorgen, dass sie ein anständiges Begräbnis bekam. Der Mann an der Wand grinste und besaß sogar die Frechheit sein Werk noch zu vollenden. Diese Tatsache machte Kylar so stinksauer, dass er ihn mit seinem Schwert enthauptete und den Kopf noch anbrüllte. Entweder war er so sauer, dass man die Worte deshalb nicht verstehen konnte, oder aber er sprach eine andere Sprache, was für einen Kriegsmagier vielleicht nicht ungewöhnlich gewesen wäre.
Erschöpft kam er aus der Tür und lehnte sich schwer atmend an den Türrahmen. Er schüttelte den Kopf und steckte sein Schwert zurück in die Scheide. Wie konnte es soweit kommen? Er taumelte auf Jelais zu und brach vor ihr zusammen. Der Umhang leuchtete nicht mehr. Auf den Knien sitzend sah er zu ihr hoch. Seine Augen viel blasser als sonst, nein, sie waren schon fast grau.
„Verzeiht mir.“
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 08:10

Jeais war Kylar vermutlich nie dankbarer als in diesem Moment gewesen.
Als er Moira brachte, nahm sie diese sofort in die Arme und drückte sie.
"Ich habe dir doch versprochen, dass er uns befreit,"
meinte sie leise.
Klar verschwand in eine andere Hütte, doch als er zurück kam und traurig den Kopf schüttelte, wusste Jelais, dass das Mädchen schon tot gewesen sein musste.
Kylar kniete vor ihr, völlig erschöpft und bat sie um Verzeihung.
Jelais kniete sich zu ihm herunter, nahm ihn in die Arme und drückte ihn fest.
"Nein ... ich muss mich entschuldigen. Ich hätte nicht einfach deinen Umhang nehmen und nähen dürfen. Ich wusste nicht ... das er magisch ist. Kannst du mir verzeihen, dass ich so ... gemein zu dir war?"
In diesem Moment meinte sie es wirklich ernst und alles, was sie ihm die ganze Zeit über angetan hatte, tat ihr von Herzen leid.
Natürlich würde es in den nächsten Tagen wieder ganz anders aussehen, doch in diesem Moment sprach die pure Wahrheit aus ihr.
Ihr Gesicht glich noch immer dem eines Engels, trotzdem es mit Dreck verschmiert war und sie sich fühle, wie ein Schwein, welches sich im Schlamm gesuhlt hatte.
Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie begriffen, wie schlecht es manchen Leuten ging.
Wäre Kylar nicht gewesen .... Moira und sie hätten ein schreckliches Leben führen müssen.
Sacht küsste sie ihn auf die Wange.
"Wenn wir nicht bald weg kommen, kommt er vielleicht zurück."
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 08:34

„Falsch! Er ist schon da, du Hure!“
Der Magier Stand im Scheunentor. Er sah, wie sie den Mann in die Arme nahm, der sich hatte fesseln lassen, konnte sich aber nicht vorstellen, dass dieses Mädchen alles umgebracht hatte. Jedenfalls war er mit Verstärkung zurückgekommen. Er würde sich sicherlich fürchterlich rächen wollen. Kylar atmete hörbar ein und rappelte sich ein letztes Mal hoch. Seine fast grauen Augen glühten noch einmal hell auf und er wehrte die Feuerkugel, die auf die Beiden Frauen zu flog mit einer Hand ab. Sie schlug im Dach des Gebäudes ein. Es sah aus, als hätte er einen Ball eines Kindes abgewehrt und nicht ein magisches Geschoss.
„Du hättest nicht zurückkommen sollen. Du erbärmlicher Wicht!“, während Kylar das sagte schwoll seine Stimme zu einem Donnergrollen an. Aber keine Runen waren zu sehen. Wo waren sie geblieben?
„Du entführst meine Herrin, tust ihrer Freundin an, was man keiner Frau antun sollte, wagst es mir gegenüber zu treten und BESCHIMPFST SIE NUN ALS HURE?!“ Noch nie, hatte Jelais Kylar so wütend gesehen.
„ICH WERDE DICH IN DIE HÖLLE SCHICKEN!!!“, schrie er den Magier an, der den Befehl zum Angriff gab. Kylar zog sein Schwert und richtete den Stab gegen die Männer. Der Stab glühte. Genau wie seine Augen, und die Runen auf dem Stab bewegten sich plötzlich. Der Stab explodierte in einem eisigen Blau, Kylar ließ einen Merkerschütternden Schrei verlauten und die Menschen vor ihm wurden ausgelöscht. Blau brennende Gerippe blieben zurück und der Magier, schwebte in einer Schutzblase, die jedoch etliche Risse bekommen hatte. Kylar ging auf diesen Magier zu, der ihn allen Ernstes Herausgefordert hatte. Dabei murmelte er magische Formeln, die in einer anderen Sprache waren. Schließlich schleuderte er die blaue Kugel auf „den Roten“ Die Blase Zerplatzte und der Mann zerfiel zu Staub.
Kylar besah sein Werk das leuchten Verschwand und Kylars Augen waren nun gänzlich grau. Er stützte sich einen Moment auf seinen Stab, dann schob er den Mantelumhang zurück und an einer Stelle seines Oberarms, dampfte eine dünne Linie, die sich langsam aber sicher verbreiterte. Eine neue Rune entstand und Kylar verzog das Gesicht. Es dampfte und gab ein knisterndes Geräusch, dann kippte Kylar nach hinten und fiel in eines der Gerippe. Die Flamme verbrannte ihn jedoch nicht. Und dann… Nun, Kylar lachte. Es war, als sei er verrückt geworden. Er lag da und lachte. Er konnte sich zwar nicht mehr rühren, aber er fand das alles wohl sehr komisch.
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 08:44

Jelais wusste nicht, wie ihr geschah.
Kylar so wütend zu erleben .... nein ... sie wollte ihn gewiss nicht als Feind haben.
Er pulverisierte die ganzen Feinde ... ließ nicht einmal diesen widerlichen ROTEN über.
Als er hinten über fiel, rannte Jelais schon auf ihn zu, wollte sich eben ... nein sie kniete sich eben noch neben ihn udn wollte ihn in die Arme schließen, als er einfach nur anfing zu lachen.
Wut stieg in ihr auf.
Er wäre fast gestorben und das nur, weil sie weg gelaufen war.
"Darf man vielleicht erfahren, was denn so witzig daran ist, das du fast gestorben bist und mich allein zurück gelassen hättest? Noch dazu in diesem Hurenhaus, welches vermutlich von unfreiwilligen Huren bewohnt ist?"
Wütend starrte sie ihn an.
Wie konnte er nur so los lachen?
Moira war sichtlich erleichtert, gerettet worden zu sein.
Sie ging zu Jelais herüber.
"Bitte ... beruhigt euch doch. Er hat uns das leben gerettet."
"Ja... und sein Eigenes dabei fast verloren."
stellte sie gereizt fest.
Sie stand wieder auf, klopfte sich, trotz dem es eigentlich vollkommen irrwitzig war, den Staub von den Sachen und ignorierte gekonnt Kylar.
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 08:57

Es war irgendwie alles sehr weit weg. Kylar beruhigte sich nach einiger Zeit wieder. Er hatte seine Augen die ganze Zeit geschlossen gehabt doch jetzt wo er sie wieder öffnete um zu Jelais herüberzuschauen, waren sie wieder eisblau. So wie immer. Die neue Rune in seinem Arm brannte nicht mehr und Kylar richtete sich auf. Er ließ seine Wirbelsäule knacken und setzte sich in den Schneidersitz. Er hatte nicht vor, Jelais zu wiedersprechen, also grinste er nur zu ihr herüber. Schließlich meinte er lässig: „Ich war zu keiner Sekunde in Lebensgefahr.“
Es klang nicht so, als mache er Spaß. Er schien es todernst zu meinen. Er gab zu, dass er nicht ganz auf den Höhe war, dass er erschöpft und ausgelaugt war. Das er sich kaum noch aufrecht halten konnte. Aber er wäre definitiv nicht fast gestorben. Jelais hingegen schien das Leben pur zu sein. Moira lächelte zaghaft und bot Kylar die Hand an.
„Aber ich gebe zu:“ Er überlegte kurz und rieb sich den linken Arm. „Ich könnte Ruhe gebrauchen.“
Er ließ sich wieder nach hinten fallen und schloss die Augen. In der einen Hand hielt er immer noch den Stab, das Schwert lag jedoch neben ihm. Er hätte alles dafür gegeben, jetzt schon im Bett zu sein und einfach zu schlafen. Aber so war es nicht. Trotzdem umarmten ihn schließlich dunkle Hände und zogen ihn mit sich fort. Kylar hatte keine Ahnung, ob es der Schlaf war, der ihn mit sich nahm oder vielleicht doch der Tod. Er ließ sich einfach fort ziehen und für einen Moment blieb die Zeit für ihn stehen. Sein Brustkorb hob sich nicht und sein Körper machte keine Anzeichen von Leben. Nach einigen quälenden Momenten erst holte er wieder Luft und schlief so tief und fest, dass ihn niemand hätte wecken können.
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 09:14

Was dieser Kerl für eine Frechheit besaß war fast unfassbar, doch als Jelais sich dann um drehte, um ihn an zu sehen und ihn zurecht zu weisen, lag er da wie tot.
Kein Atem, kein nichts.
Sie stürzte sich auf die Knie zu ihm, wobei das aufgeschlagene Knie erneut zu bluten begann und wollte ihn gerade rütteln, als er wieder begann zu atmen.
Er lag einfach so da und schlief.
Wie zum Henker sollten sie ihn denn nun da weg bekommen?
Der Rote und seine Männer waren alle samt tot, die Frauen dank Kylar frei und doch hätte Jelais ihn in diesem Moment erwürgen können, alleine für die Dreistigkeit ihr einen solchen Schrecken ein zu jagen.
Statt sich auf zu regen, strich sie ihm jedoch zärtlich über die Wange und lächelte.
Er hatte sich den Schlaf verdient.
"Moira ... würdest du mit ein paar der Mädchen schauen ob es hier eine Kutsche gibt und würdet ihr mir helfen, ihn in diese zu verfrachten, damit wir zum Gasthaus zurück können?"
natürlich erklärten sich alle bereit zu helfen.
Nach kurzer Zeit war eine Kutsche gefunden, Kylar mit viel Mühe in diese geladen, wobei die Frauen auch das Schwert nicht vergaßen.
Sie selbst stiegen mit auf die Kutsche und Moira lenkte die Kutsche zur Schenke.
Von hier aus wurden Boten geschickt, die den Familien der Mädchen bescheid gaben, diese hier ab holen zu können.
Die Mädchen selber und der Wirt halfen dabei Kylar hinauf in sein Zimmer zu bringen, wo das Drama ja begonnen hatte.
Jelais war die letzte, die sein Zimmer verließ.
Alle Mädchen wurden in den Baderaum gebracht, wo sie sich waschen, oder eben Baden konnten und an ziehen.
Jelais opferte ihre Kleider gern für die Damen.
Schließlich wollte keine mehr an das Ereignis erinnert werden.
Die alten Fetzen wurden alle samt in den Kamin geschmissen um sie zu verbrennen.
Moira war so freundlich Jelais das Knie und auch alle anderen Wunden zu verbinden und sie dann auf ihr Zimmer zu bringen.
Der Wirt hatte sich bereit erklärt, Moira bei ihr schlafen zu lassen, damit sie nicht wieder in eine solche Lage käme.
Im Zimmer selbst, legte sich Jelais so ins Bett, dass auch Moira platz hatte, sich hin zu legen.
Schlafen konnte Jelais jedoch nicht.
Noch einmal stand sie auf, um nach Kylar zu sehen, der wohl nun eine Menge Schlaf nach zu holen hatte.
sacht legte sie ihm einen Kuss auf die Stirn, ehe sie sich auf einem Stuhl am Fenster nieder ließ und die Sterne draußen betrachtete.
Das dunkelblaue Samtkleid ließ Jelais zwar sehr blass erscheinen, doch wirkte sie im Dunkeln dadurch wie ein Engel, der gerade von den Sternen herunter gekommen war.
Irgendwann schließlich, siegte auch bei ihr die Müdigkeit und sie schlief am offenen Fenster ein.

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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 09:42

Kylar bekam von alle dem nichts mit. Er schlief tief und fest und vermochte weder zu sagen welche Zeit es war, noch wo er sich augenblicklich befand. Er dämmerte in einem tiefen Schlaf und erholte nicht nur seinen müden Körper, sondern auch seine Magie. Langsam versuchte er sich aus dem schwarzen Schlamm der Bewusstlosigkeit hinauf zu dem kühlen blauen Licht zu kämpfen. Er schaffte es auch und gerade als er fast danach greifen konnte, zersprang das Licht und breitete sich aus. Er sah in einen Spiegel. Zumindest sah er jemanden, der genauso aussah wie er selbst. Vorwurfsvoll sah ihn dieser Jemand an und zeigte die neu entstandene Rune.
Kylar besah sie sich nun selbst und runzelte die Stirn. Ja. Richtig. Da war etwas. Sein weißes Haar, seine Haut er zahlte einen Preis für seine Magie und das wurde ihm immer wieder bewiesen. Wie viel würde er ertragen können? Er seufzte und sein Spiegelbild grinste ihn böse an. Er hatte getötet. Hatte wieder mit seiner Magie getötet. Wie so oft. Irgendwann würde es ihn verschlingen das wusste er, aber bis dahin würde er für die Gerechtigkeit kämpfen. Sein Name war Vergeltung. Er war die Klinge der Gerechten. Dann sprang sein Spiegelbild auf ihn und versuchte ihn umzuwerfen.
„Du bekommst mich nicht…“, murmelte er durch den Schlaf hindurch.
Sein Spiegelbild legte ihm die Hände um die Kehle und drückte zu. Schwer atmend lag er am Boden, drohte zu ersticken. Schweiß bildete sich auf seiner Stirn und er kämpfte mit aller Macht gegen dieses innere Biest an. In der Wirklichkeit war es ganz genauso. Er riss sich die Decke vom leib, aber machte keine Anstalten aufzuwachen. Er krümmte sich und die eine Rune auf seinem Arm leuchtete, als würde sie brennen. Kylar verschluckte seine Schreie. Im Traum wurde er ja gewürgt und dann riss er die Augen auf und gab einen Laut von sich, der Schmerz, Wut und Erleichterung zugleich ausdrückte. Er saß aufrecht im Bett und zitterte. Er zog sich den Mantel von den Schultern und warf ihn unachtsam neben das Bett.
„Verflucht seist du!“, schrie er den Mantel an und warf sich zurück ins Bett. Presste die Zähne aufeinander und die feurig rote Rune an seinem Arm verblasste wieder zu der schönen blauen Farbe, wie die anderen.
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 09:58

Allein durch Kylars Kampf, den er im Schlaf ausfocht, wurde sie wach, bekam mit, wie er sich die Decke weg riss, den Umhang zu Boden warf und wieder ein schlief.
Die neue Rune an seinem Arm hatte Rot geleuchtet und war nun wieder blau.
Scheinbar hing es mit den Morden zusammen.
In wie vielen Schlachten hatte er bereits gekämpft und in wie vielen getötet.
Offensichtlich stand eine jede dieser Runen für eine Schlacht in der er mit getötet hatte.
Langsam und sehr leise stand sie auf, nahm die Schüssel von dem Tischchen und begann ihm den Schweiß von der Stirn ab zu tupfen.
Vorsichtig deckte sie ihn wieder zu und blieb neben ihm sitzen, nur um ihm nahe zu sein und für ihn da zu sein, wie er es für sie gewesen war.
Sie würde das nächste Mal nicht wieder weg laufen, sondern sich in ihrem Zimmer einschließen, egal was er tun würde.
Trotz dem er keine Träne vergossen hatte, konnte sie seine Sorge doch spüren.
Er ahnte nicht im geringsten wie viel er ihr bedeutete.
Immer wieder redete sie sich ein, dass er ja ohnehin für den Job bezahlt wurde.
Wieso sonst sollte er sie begleiten?
Er hätte keinen Grund.
Die Sonne ging langsam auf und Jelais spürt wie die Müdigkeit erneut in ihr hoch kroch, doch rappelte sie sich auf, verließ das Zimmer und lief leise hinunter zum Wirt, der bereits auf war und das Feuer schürte.
"Guten Morgen My Lady. Kann ich etwas für euch tun?"
"guten Morgen wertester Wirt. Gebt mir doch bitte das Frühstück für meinen ... Leibwächter und mich mit. Gebt mir Schinken und Honig und ... vielleicht habt ihr ein wenig Schweinebraten, den ihr mir dünn schneiden könnt, um ihn auf dem Brote zu verzehren? Kaffee wäre auch sehr nett, natürlich nur, wenn denn alles greifbar ist und nicht zu viele Umstände macht."
Der Wirt lächelte. Sina war auch schon da.
Sie brachte bereits allen anderen Damen das Frühstück. Auch Moira bekam ein reich gedecktes Frühstück, welches der Wirt ihr nicht an rechnete.
Kurz nachdem Sina nach oben verschwunden war, übergab der Wirt Jelais das Tablett mit dem gewünschten Frühstück.
Selbst an zwei gekochte Eier hatte er gedacht und an etwas Milch.
"Soll ich es euch nicht hinauf tragen oder Sina?"
wollte der Wirt wissen.
"Nein danke,"
lächelte sie ihn an.
"Das ist etwas, was ich tun muss. Als Dankeschön. "
Der Wirt konnte es in Jelais Augen lesen, dass es nicht einfach nur ein Dankeschön war, doch sagte er nichts.
Jelais lief langsam die Treppe mit dem schweren Tablett hinauf, schob vorsichtig die Tür zu Kylars Zimmer auf und brachte das Frühstück auf das Tischchen, welches auch in seinem Zimmer stand.
Vorsichtig stellte sie alles ab und setzte sich.
Der Rücken schmerzte, eben so wie die Finger vom Nähen und das Knie, welches zwar verbunden war, aber unter dem Verband noch einmal angefangen hatte zu bluten.
Nun musste nur noch Kylar wach werden.
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 23:04

Kylar war durch den sengenden Schmerz in seinem Arm wieder eingeschlafen und dieses Mal war sein Traum nicht so real, wie der zuvor. Er konnte sein Spiegelbild zwar sehen, aber dieses Mal machte es keine Anstalten ihm was zu leide zu tun. Er wusste, dass er gewonnen hatte. Zumindest vorerst und gönnte sich ruhe. Er setzte sich im Schneidersitz vor den Spiegel und schloss die Augen. In seinem Traum meditierte er. Er schöpfte Energie und füllte seinen magievorrat, der wieder ein Stückchen größer geworden war, wieder auf. Er konnte, wenn er die Augen schloss und sich alles genau vorstellte sehr gut sehen, wie das ganze überhaupt aussah. Es war ein Geflecht von strängen, die ineinander übergingen, sich kreuzten und durch kleine Bläschen verknüpft warn. Er konnte sich gut vorstellen, dass er in der Lage war eines dieser Bläschen zu zerdrücken, allerdings konnte er nicht abschätzen, was es für fatale Folgen haben könnte an diesem Gewirr herum zu pfuschen. In diesem Kreisrunden Geflecht leuchtete eine hellblaue Kugel. Nun, sie war nicht nur hellblau, denn ab und an tauchte ein rötlicher Schleier auf. Als Kylar es das erste Mal gesehen hatte, hatte er sich erschrocken, aber nun gewöhnte er sich an den Gedanken. Er hatte das Gefühl, dass die Größe der Kugel mit dem Dazukommen des roten Schleiers zu tun hatte. Allerdings konnte er sich auch irren. Er war ein Krieger und kein Denker. Was er jedoch konnte, war sich auf dieses Gefüge zu konzentrieren und es zu leiten. Und das tat er nun. Er leitete den Strohm zu seinem Oberarm. Die Wunde darunter heilte viel schneller, als es normal wäre und in ein zwei Tagen würde sie sicherlich kaum noch relevant sein. Die tiefere Schicht dieser Wunde war bereits zusammengewachsen. Es drohte höchstens noch Gefahr durch Infektion. Aber das schloss Kylar fast bis zur Gänze aus. Das verlorenen Blut ersetzte sich auch nach und nach und sollte er aufwachen, würde er sich im Vergleich zu dem Zeitpunkt, da er eingeschlafen war, wie neugeboren fühlen.
Langsam öffnete er die Augen. Aber bleib in seinen Traum. Er musterte den Mann hinter dem Glas und versuchte nicht darüber nachzudenken, seit wann ihn sein zweites Ich heimsuchte. War es sein zweites Ich? Er konnte es nicht sagen und darüber nachzudenken war mühsam und führte letzten Endes doch zu nichts. Gerade als er den Traum verlassen wollte und sich umdrehte, viel ihm etwas auf. Es blitzte nur kurz auf und auch nur in seinem Augenwinkel, aber doch so deutlich, als könne man es gar nicht übersehen. Hatte er gerade eine Rose gesehen? Er schüttelte den Kopf und wendete sich ab. Nun öffnete er seine echten Augen. Zu schmalen Schlitzen erst. Er war zugedeckt und fühlte sich irgendwie trotzdem nackt… Ja stimmt, der Mantel. Er hatte ihn ausgezogen und neben das Bett geworfen. Er machte ein missmutiges Gesicht und streckte sich, sodass seine Glieder knackten. Er seufzte und öffnete die Augen ganz. Er befand sich in seinem Zimmer und lag auf einem Bett. Sein Mantel und sein Stab lagen irgendwo in diesem Zimmer und Jelais war auch da. Kurz orientierte er sich und dann rollte er sich auf die Seite. Ein bisschen verschlafen schaute er zu Jelais, die ihn im selben Moment ansah. Als er den Duft des Kaffees roch, wusste er, dass seine Sinne allmählich wieder zurückkehrten. Er sog den angenehmen Geruch ein und schloss noch einmal kurz die Augen um diesen zu genießen.
„Einen wunderschönen guten Morgen, gnädiges Fräulein. Habt ihr gut geschlafen?“
Er lächelte als er das sagte und richtete sich mühselig auf. Er spielte darauf an, warum die Ereignisse des vorangegangenen Tages eigentlich erst so weit kommen konnte. Nur weil ER nicht guten Morgen gesagt hatte. Er kroch aus dem Bett und zog den furchtbaren Umhang wieder an, streckte sich abermals und sah auf den kleinen Tisch, der für sie beide gedeckt war. Er trat auf Jelais zu und nahm ihre Hand in sein beiden. Dann hauchte er einen Kuss auf diese und sagte:
„Ich danke euch für alles, Lady Jelais. Ich schwöre, euch nie mehr im Stich zu lassen.“
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 23:29

Langsam wurde Kylar wach.
Die Knochen knackten nur so, als er sich streckte.
Jelais betrachtete ihn wohlwollend.
Der sonst so arrogante Blick fehlte ihr in diesem Moment gänzlich.
Statt dessen lag ein herzliches, gar liebevolles Lächeln auf ihren Lippen.
Seine Hände wirkten wie riesige Pranken gegen ihre zarten feingliedrigen Hände.
Die Anspielung auf die Ursache des Geschehens, nahm sie mit einem etwas verschämten Lächeln hin.
"Auch euch einen wundervollen guten Morgen Sire Kylar."
Es war wohl das erste Mal in ihrem Leben, dass sie ihn Sire nannte, doch er sollte wissen, dass er IHR Ritter war, dem sie ewigen Dank schuldig war.
"Danke Kylar. Ich ... verspreche nie wieder weg zu laufen ... wenn wir einen Disput haben. Es tut mir Leid, dass ich so dumm war ... mich an eurem Umhang zu vergreifen. Ich dachte ich würde euch einen Gefallen tun. Ich hatte kein Recht mich an eurem Umhang zu vergreifen."
Für dieses Eine Mal wollte sie ihren Fehler ein gestehen, auch wenn sie es eigentlich ... wenn man von ihrem normalen Verhalten aus ging ... nie für nötig erachtet hatte, sich überhaupt jemals für irgendwas zu entschuldigen.
"Ich hoffe das Frühstück wird euch schmecken. Ihr habt seit zwei Tagen nicht richtig gespeißt und alles nur meinetwegen. Ich hoffe ihr könnt mir verzeihen."
Tatsächlich sprach sie sehr ruhig ... fast reumütig.
Alles tat ihr sehr leid.
Natürlich wollte sie sich nicht mehr so gebieterisch benehmen und sie würde sich in Zukunft auch versuchen zu bessern, nur wie gut das klappen würde, bei ihrem Temperament, ließ sich sicher nicht vorher sagen.
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BeitragThema: Re: Imperia   Di Jan 25 2011, 23:57

Das Sire verdutzte ihn schon ein wenig, aber er akzeptierte es, obwohl ihn das ein kleine bisschen verwirrte. Die Entschuldigung, die er aus Jelais Mund hörte verschaffte ihm nicht die Genugtuung, die er vermutet hätte. Er hatte sich so oft vorgestellt, dass sie wohl mal eine ihrer Taten bereuen würde. Aber nun, da es so weit war empfand er selbst beinahe Reue dabei. Er lächelte unbeholfen und setzte sich an den Tisch. Dann sagte er:
„Lass diesen blöden Umhang ruhen. Ich finde eure Stickereien wirklich sehr schön, … Ihr könnt nicht wissen, was es damit auf sich hat.“ Dieser Teil des Satzes klang eher niedergeschlagen oder gar wie ein Vorwurf an sich selbst. Dann schob er all die lästigen Gedanken beiseite und sagte letztlich: „Wir sind Quitt.“
Dann beschloss er ihr trotzdem noch eine Antwort auf ihre Frage zu geben, ob er ihr verzeihen könne. Vorher schenkte er jedoch beiden eine Tasse Kaffee ein.
„Ich brauche euch nicht verzeihen, denn ihr habt nichts getan, was ich euch verzeihen müsste. Ich bin euer Beschützer, es ist meine Aufgabe euch zu retten und darauf zu achten, dass euch nichts zustößt. Ich habe meine Pflicht getan, deswegen ist es nicht eure Schuld, klar?“
Nicht klar. Er verstand selbst nicht so Recht, was er damit sagen wollte. Er schien wirklich verwirrt zu sein und dachte bei sich: Großartig, Kylar! Jetzt hast du es mal wieder voll versaut! Aber ich kann ihr schlecht sagen, dass es mich krank macht, wenn ich nur eine Sekunde nicht weiß, wo sie sich aufhält, oder? Ich bin ihr Diener und nicht ihr Liebhaber. Ich sollte keine Gefühle für sie haben. Mein kleines Mädchen… Wie könnte ich zulassen, dass man dir irgendetwas antut.
„Was ich eigentlich sagen wollte…“ Er biss sich auf die Zunge und schaute fast ein bisschen verzweifelt. Dann setzte er die Kaffeetasse an den Mund, verbrannte sich diesen und sagte dann leicht säuerlich über sein Missgeschick: „Vergeben und vergessen.“
Ja das war vielleicht das unkomplizierteste. Auch diesen Satz hatte er früher oft verwendet, wenn Jelais ihn irgendwo in eine Dornenhecke gejagt hatte um ihr etwas zu holen, was dann doch in ihrem Zimmer aufgetaucht war. Kylar lächelte und stellte sich vor, wie er ihr sonst danach über den Kopf gestreichelt hatte. Das würde er heute jedoch nicht mehr tun. Es schickte sich nicht.
Dann fing er an zu essen. Brot mit Käse.
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BeitragThema: Re: Imperia   Mi Jan 26 2011, 00:28

Wieder kochte es in ihr hoch...
Ja... ich bin ja auch nur ein blöder nervender Auftrag ...
doch sie schwieg still, lauschte war er sonst zu sagen hatte und war erstaunt über die Aussagen seiner Augen.
Wie oft hatte sie ihm unrecht getan?
Oftmals und meist wegen irgendwelchen Lapalien, die sich später auflösten, als wäre nie etwas gewesen.
"Danke,"
antwortete sie, sah dann aber zunächst Missmutig und schließlich sauer auf sein Brot.
Sie hielt es fast nicht mehr aus.
Statt aber etwas zu sagen, presste sie ihre Lippen fest aufeinander, schmierte sich ein Brot mit Schinken, eines mit Honig und eines mit ei. Alle drei legte sie auf den Teller, ergriff schließlich Kylars und tauschte den seinen gegen ihren, nur um sich dann selbst eine halbe Scheibe Brot mit Schinken und die andere mit Ei zu machen.
"Glaubst du denn ich hab den ganzen Kram umsonst hier rauf gebracht? Du musst wieder zu Kraft kommen und ich wünsche für die Zukunft, dass du eben so das ist, was ich auch esse und nichts was ein gewöhnlicher Diener isst. Wo wir bei dem Thema sind. Was machen wir mit Moira? Wird sie uns begleiten oder wird sie hier bleiben?"
Jelais hatte Kylar nicht gesagt, das sie eigentlich an Moiras Stelle gewesen wäre, hätte sie sich nicht für Jelais geopfert.
Wahrscheinlich würde Kylar sich den Kerl sonst noch einmal suchen und ihn endgültig zur Strecke bringen, was ihm, wie Jelais vermutete, eine weitere Rune bescheren würde.
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BeitragThema: Re: Imperia   Mi Jan 26 2011, 01:04

Gerade als Kylar die Zweite Scheibe Brot aufheben wollte und sie verspachteln wollte, wurde ihm auch schon der Teller samt Brot weggezogen. Er hatte weder bemerkt, dass Jelais schon wieder sauer war, noch sah er einen Grund, warum es überhaupt hätte sein können. Er aß doch nur.
Dann schmierte sie ihm Brot und verlangte von ihm, dass er auch all das aß, was sie aß. Er war nicht nur ein Diener, schon klar, aber er mochte nun mal keinen Honig. Der Schinken war natürlich willkommen, aber den hatte er sich zum Schluss aufheben wollen. Und das Ei? Nun das wollte er im ganzen, als quasi Nachtisch verspeisen. Er sah auf den Teller hinab, sah zu seinem Käsebrot und seufzte resignierend. Dann biss er in das Brot mit Honig, und all seine Nackenhaare richteten sich auf. Schnell stopfte er sich den Rest in den Mund und versuchte es hinunterzuwürgen, um sich dann den angenehmen Speisen zu widmen. Es gelang ihm nicht wirklich und er hatte das Gefühl, als wolle sich selbst sein eigener Körper weigern, Honig zu verschlucken.
Es sah jedoch in etwa so aus, als sei er zu gierig gewesen und habe sich an dem köstlich süßen Aufstrich verschluckt, weil er gar nicht genug davon haben konnte. Als er es endlich hinunter gewürgt hatte, trank er die ganze Tasse Kaffee aus, um den Geschmack loszuwerden. Der Kaffee war ja mittlerweile abgekühlt gewesen.
Kylar atmete tief ein und wieder aus um sich zu beruhigen. Dann setzte er sich wieder anständig hin und sagte: „Was soll schon mit Moira sein? Ich hab sie gerettet, sie sollte dankbar genug sein. Ansonsten war sie ja wohl eher nutzlos. Wieso sollte ich sie mit mir rumschleppen, wenn sie ohnehin nur im Weg wäre? Sie kann nichts, was ich nicht auch könnte.“
Das war nicht ganz richtig, schließlich würde er niemals Jelais Haar berühren oder ihr beim Anziehen helfen, oder sie sonst in einer Form berühren, die sich für einen Mann nicht schickten, was eine Zofe ja aber ständig tat. Als er darüber nachdacht errötete er leicht, was er jedoch geschickt verbarg, indem er sein Gesicht so tief in die Kaffetasse tauchte, dass es schon beinahe lächerlich aussah und hartnäckig auf den Henkel schaute.
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BeitragThema: Re: Imperia   Mi Jan 26 2011, 01:26

Jelais betrachtete mit wohlwollen, wie er sich an dem Honigbrot verging und es scheinbar mit großem Appetit herunter würgte, wäre da nicht sein Blick gewesen, der ihr sagte, dass er es eigentlich gar nicht so sehr mochte.
"Wenn du keinen Honig magst, musst du ihn auch nicht essen,"
kommentierte sie sein Gesicht.
Warum er nun so unaufhaltsam auf den henkel des Bechers starrte, war ihr unbegreiflich, mal ganz zu schweigen davon, wie er über Moira sprach.
Augenblicklich lag das Brot auf dem Teller, ihre Hände lagen neben diesem und ballten sich zu kleinen Fäustchen.
Der gute Vorsatz von eben war schon wieder in die Binsen gegangen.
"DU kannst also all das, was sie auch kann ja? SIE hat sich für mich geopfert, als der eine Kerl, der sie mit geschleppt hatte, mich mit nehmen wollte UND ich wage doch stark zu bezweifeln, dass du die Fertigkeiten einer Zofe besitzt. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, dass DU mir meine Haare bürstest oder mir hilfst, wenn ich bade oder eben meine Kleider an ziehe, du da bist um es mir zu zu machen. NUTZLOS??? Sie ist alles andere als NUTZLOS!"
wetterte sie los, ihre neue Freundin in Schutz nehmend.
"Aber wenn du der Meinung bist, darfst du in Zukunft gern mein Haar bürsten oder flechten und das bitteschön OHNE Magie!"
Das Feuer in ihren Augen loderte.
Sie hatte keinen Gedanken daran verschwendet, dass Kylar sie nicht einmal an sah, geschweige denn berührte, ausser eben diese wundervolle Umarmung, die sie nach ihrer Rettung erfahren durfte.
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BeitragThema: Re: Imperia   Mi Jan 26 2011, 02:16

Und schon ging das ganze wieder los. Er hätte beinahe darüber gelacht, dass ihre Vorsätze nur eine solch kurze Zeit gehalten hatten, wäre da nicht die Tatsache gewesen, dass er Jelais soeben wirklich verärgert hatte. Und zwar nicht nur sie um ihrer willen, sondern wegen einer anderen Person. Jelais nahm Moira in Schutz? Das war etwas, was er beinahe nicht fassen konnte. Wann hatte er das das letzte Mal erlebt? Sie schrie ihn förmlich an.
„Sie hat sich geopfert? Wie kommt es dann, dass ihr in den Händen des Magiers wart und nicht sie, hm?“
Er hatte es noch gar nicht ganz ausgesprochen, als er erkannte, was sie meinte. Ihm wurde speiübel, als ihm klar wurde, dass er womöglich Jelais von diesem ekelhaften Kerl hätte holen müssen. Man konnte ihm ansehen, wie diese Übelkeit in Zorn umschlug. Beinahe hätte er die Tasse zerstört, die er immer noch krampfhaft fest hielt, aber er war geistesgegenwärtig genug, um sie vorher abzustellen. Dann ließ er Revue passieren, was geschehen war. Das tote Mädchen lag immer noch in der Scheune und würde dort vor sich hin verwesen, wenn er sie nicht anständig beerdigen lassen würde. Außerdem musste man ihrer Familie Bescheid geben, er konnte ja nicht ahnen, dass bereits Boten durch die Stadt geschickt worden waren. Trotzdem. Zuerst musste er essen. Er brauchte Kraft.
„Ihr seid die Gebieterin, warum entscheidet ihr nicht, ob ihr eine Zofe braucht?“
Er klang trotzig. Dennoch aß er gemütlich zu Ende und schenkte sich noch eine Tasse Kaffee ein. Es war ihm nicht egal, ob das Mädchen mit kam, denn würde sie mitkommen, konnte sie sich um die Bedürfnisse seiner Herrin kümmern und er konnte sich eher ihrem Schutz widmen, aber wenn Moira sie begleitete, musste er auch dieses Mädchen beschützen und er konnte sich wohl kaum zerreißen. Er trank den letzten Schluck Kaffee aus seiner Tasse und sagte: „Wenn ihr sie unbedingt braucht, dann fragt sie, ob sie mit will. Ich denke nicht, dass ihr dafür mein Einverständnis braucht.“
Kylar erhob sich und streckte sich das dritte Mal diesen Morgen und wieder knackten seine Glieder. Man hätte denken können, er sei ein alter Mann. Dann sagte er: „Ich würde gerne Baden, wenn ihr nichts dagegen habt.“ Er wusste irgendwie, dass ihr nichts passieren würde. Zumindest nicht in dieser Herberge. Und Moira konnte ihr ebenso gut Gesellschaft leisten. „Aber vorher will ich noch was erledigen.“
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