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 Die grüne Ebene

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Niel

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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   So Feb 27 2011, 13:29

Niel schrieb:
Jelais, Kylar, Niel

weiter Grüne Ebene


Aufmerksam beobachtete er wies eine Aussagen aufgenommen wurde. Hinter seinem älteren Gesicht arbeitete sein Denkvermögen und entschied zu behalten was es deutete: Stumm schaute er jeden an, der sprach, nahm den Blick der Kleinen auf und entschieden nicht weiter auf das Thema einzugehen. Zuletzt bemerkte er dem Blick Kylars, samt dessen Lächelns auf den Lippen und der Aussage in seinen Ohren. Besonnen ging er weiter den Pfad entlang.
„Distanzen zu Überbrücken, sie zu überwinden und zu Meistern, das sind Dinge, welche ich auf meinen Reisen gelernt habe.“ - dabei klopfte er dem jungen Mann auf die Schultern, mit einem Blick in den Augen, die wohl mehr sagen konnten, als nur das was im Anschluss betont wurde. „Dazu gehört aber auch das Wissen, wann eine Rast ihren Wert hat. Mein Fräulein...“, er wand sich zu ihr um, ohne dabei jedoch an Laufgeschwindigkeit zu verlieren, „...solltet ihr einen Platzt entdecken, der euren Ansprüchen genügt, so sagt Bescheid. Ich meine mich erinnern zu können, das es viele schöne Platze an der Seite des Flusses gibt, an denen am seichten Ufer die Füße durch das kühle Nass wohltuenden Entspannung erleben. Ebenso haben auch die Plätze Linkswerts dieses Pfades schöne Orte, welche zumeist mit schönen wohl duftenden Blumen beschmückt sind. Leider weiß ich nicht mehr, wo genau diese Fleckchen Natur zu finden sind, aber mit ein wenig Glück...“ Unbeendet ließ er den Satz ausklingen, drehte sich wieder der Gangrichtung zu und hielt mit seinen Worten inne, weiter den Weg entlanglaufend, im vorübergehen freundlich Kylar zunickend.
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Jelais

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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Mo Feb 28 2011, 02:14

Jelais lauschte den Worten Niels, befand sie für wirklich interessant und wahrheitsgetreu.
Eben die Erfahrung eines älteren, der sie weiter gibt.
Natürlich würde sie versuchen Hindernisse zu überwinden um ans Ziel zu kommen, doch was, wenn dieses ganze nur Einseitig war und abgesehen davon ... nicht sein durfte oder sollte?
Sie verlor sich wieder in den trübseeligen Gedanken, wobei ihr Gesicht merklich traurig und verzweifelt wirkte.
Schließlich jedoch hob sie den Kopf um sich um zu sehen.
"Am Fluß ... das wäre wirklich schön. Wisst ihr denn wirklich so gar keine schöne Stelle mit viel Schilf und Büschen, an der es möglich ist ins Wasser zu gehen ohne von der Strömung mit gerissen zu werden?"
wollte sie wissen, wobei sie wieder diese unschuldige fragende Miene eines Kindes hatte, ohne es auch nur zu bemerken.
"Es wäre schön, wenn wir dort eine kurze Rast machen könnten, doch nächtigen würde ich dort ungern. Der Fluß ist viel zu laut. Wenn jemand kommt, werden wir es nicht hören,"
erklärte sie.
Ja, sie hatte einiges von Kylar gelernt, berief sich dabei jedoch immer auf ihr Inteligenz.
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Kylar

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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Di März 08 2011, 06:34

Kylar sah den Blick Niels und versuchte das Gefühl zu unterdrücken, dass der offenbar genau verstand, was ihn plagte. Aber das konnte nicht sein oder? Er hasste es, wenn er durchschaut wurde, aber er war sich auch nicht sicher, ob dieser Kerl überhaupt verstand, um was es hier ging oder in welcher Lage er sich befand. Jedenfalls versuchte er diese düsteren Wolken erst mal beiseite zu schieben. Er versuchte auch seine Umgebung mit den unbefangenen Augen eines Wanderers und nicht denen eines Heerführers zu sehen. Aber das gelang ihm nur mäßig.
In jedes schöne Bild, fügte sich das denken über ein Schlachtfeld. Jeder Grüne Baum und Busch war ein potenzielles Verseck für Räuber, Mörder und anderes Gesindel. Es war zum verrückt werden. Er blinzelte kurz und sah zu Jelais, die traurig und fast verzweifelt aussah. Sie sah aus, wie das kleine Mädchen, dem er gerade sagte, dass er fort müsse. Und wieder trübte sich sein Gemütszustand. Was war nur los mit ihm?
Er schüttelte den Kopf, als müsse er sich von Schwindel erholen und lauschte den Worten, Niels und denen von Jelais. Ein bisschen freute er sich über ihre Vorsicht und lächelte still vor sich hin. Auch Moira sagte wie schon die ganze Zeit kein einziges Wort. Sie genoss den Ausblick und offensichtlich auch die Gesellschaft. AB und an streichelte sie Jelais‘ Pferd und drehte sich um. Die Stadt hinter sich zu lassen, war wohl auch ein großer Schritt, den sie in ihrem Leben vorgenommen hatte.
„Ein Bad im kühlen Nass? Ihr traut euch ja nicht mal mit der großen Fußzehe in das Wasser.“, spottete er und grinste süffisant vor sich hin.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Mi März 09 2011, 04:54

Niel lächelte schwach, als er das Lächeln sah: „Ich werde mir Mühe geben, eine meiner beschriebenen Stellen wiederzufinden. Geduldet euch bitte solange.“ So hielt er Ausschau. In das Gespräch der beiden mischte sich Niel nicht weiter ein.
Nach einiger Zeit schien er fündig geworden zu sein: Der Pfad welcher stets dem Lauf des Flusses treu blieb, machte in seinen Augen einen eindeutigen Bogen um einen Baum, welcher eben auf diesem gestanden hätte. Schon weitläufig war der leichte Bogen angelegt und nur guten Beobachtern würde auffallen, das der Pfad gering aber stetig sich vom Flussverlauf entfernt hatte, nur um jenen Baum ohne große Besonderheit beimessend am Rande passieren zu können. „Seht ihr dort diesen prächtigen Baum?“ , es waren noch Rund hundert Schritt, „Ich denke, hier werdet ihr etwas Natur finden, was euch gefällt, ausgezeichnet zum Rasten, aber nicht zum Nächtigen muss ich gestehen, dazu müssten wir jedoch lediglich die Seite des Pfads wechseln, denn“, er deutete mit dem Finger auf die andere Seite des Pfades, dort befinden sich einige Gewächse welche wie in einem Kreis angeordnet scheinbar nur darauf warten, Besucher zu empfangen um sie Dort ruhig in ihre Obhut zu nehmen.“ Sichtlich selber von dem Angetan was er erzählte, erhöhte sich seine Schrittgeschwindigkeit. Geradewegs auf den Ort hin.
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Jelais

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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Do März 10 2011, 03:24

Auf Niels Worte hin, nickte sie ihm zu.
Wenn sie wollte konnte sie durchaus seeeehr geduldig sein.
Kylars Stichelei nahm sie mit einem gelassenen:
"Wir werden sehen, wer zuletzt lacht,"
hin.
Das würde er schon sehen. Schließlich war sie als Kind ständig in den nahe gelegenen Bächen und Flüssen baden gegangen und schon früh zu einer guten Schwimmerin geworden.
Wie sollte er es auch wissen, wo er doch ständig wieder weg gewesen war.
Al sie an dem Baum an kamen, konnte sie von ihrer Position weit oben genau das ausmachen, was sie sich erhoft hatte.
Am Ufer war sehr viel Schilf und es schien nicht einmal sehr tief zu sein.
"Ein herrlicher Platz. Der Baum spendet Schatten, die Gegend ist einfach nur hinreißend und selbst der Fluß bietet die Gelegenheit zum schwimmen an."
Sie ließ sich von Kylar herunter helfen, wobei sie einmal mehr seine Schultern berühren durfte, und ihm ganz nah war.
Moira stieg ebenfalls vom Pferd.
"Wenn ihr erlaubt würde ich gern ebenfalls ein Bad nehmen Herrin,"
lächelte sie freundlich.
Jelais hatte natürlich nichts dagegen.
Eine sanfte Briese wehte, als die beiden Damen sich zum Fluß begaben.
Hinter einem Busch konnten sie ihre Kleider ab legen und sich langsam in das doch recht kalte Wasser begeben.
Jelais stand mit den Füßen im Wasser begann sich das eiskalte Wasser über die Haut zu streifen und sprang schließlich vollends hinein.
Es war wundervoll erfrischend und so manch einer hätte wahrscheinlich einen Herzstillstand erlitten.
Jelais quickte vergnügt auf.
Auch Moira quickte kurz auf, als sie das spritzende Wasser, welches durch Jelais Sprung entstanden war,traf.
Die Männer sollten sich nur damit begnügen erst einmal das Lager auf zu schlagen, auf das sie denn gleich Essen könnten.
Schließlich würden sie hier nicht die Nacht verbringen sondern sich lediglich den Staub und Schmutz ab waschen.
Moira und sie spielte und lachten ausgelassen im Wasser, bespritzten sich gegenseitig udn ließen es sich gut gehen.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Do März 10 2011, 04:03

Kylar folgte Niel und seiner „Herrin“ zum Baum, der offenbar kein ganz normaler baum für den Begleiter war. So freudig und schnell wie er darauf zu lief musste dieser Baum eine besondere Bedeutung für ihn haben. Er selbst führte Durzo in den Schatten des Baumes und half Jelais von seinem Rücken. Sofort fing der treue Hengst an das saftige Gras zu verzehren. Sicherlich freute er sich über diese willkommene Mahlzeit. Moira und Jelais verzogen sich sofort hinter das Schilf, das etliche Schritte von dem Baum entfernt war. Der Fluss machte dort eine seichte Kurve und Kylar vermutete, dass das Wasser dort seichter und nicht so reißend war. Dennoch warnte er seine Schutzbefohlene: „Seid vorsichtig und bleibt in Ufernähe.“
Dann besah er sich wieder den Baum, ging ein Mal herum und fragte dann: „Was ist mit diesem Gewächs? Ihr scheint euch ja richtig zu freuen, diesen Baum zu sehen.“
Er hörte Jelais auf quieken und dann auch Moira und seine Lippen formten ein Lächeln. Wieder wurde er an vergangene Jahre erinnert, an die er sich gerne zurückerinnerte. Jelais, wie sie ausgelassen und unschuldig mit ihm gespielt hatte damals und Jelais heute, wie sie ihm fast den Verstand raubte und auch den letzten Nerv kostete. Ihr glockenklares Lachen drang an sein Ohr. Sie hätte wohl mit ihm nicht so viel Spaß, da sie nicht mal mit ihm Baden würde. Jetzt bereute er es nicht, dass er Moira erlaubt hatte, sie zu begleiten.

Moira spritze Jelais Wasser ins Gesicht um sich für den hinterhältigen Angriff während ihres Sprunges ins kühle Nass zu revanchieren. Sie lachte freudig auf und stürzte sich dann auch in die Fluten. Sie freute sich sehr über dieses kleine Badeerlebnis und wurde sich dann von der Sonne trocknen lassen.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Fr März 11 2011, 09:48

Niel erreichte zuerst den Baum. Zufrieden stellte er sich davor und schaute sich ihn von Unten, beginnend an den Wurzeln, bis Oben in die Baumkrone an. Seine Gefährten hatte in der Zwischenzeit auch schon den Ort erreicht und gingen ihrer Dinge nach. So hörte er auf mal das vergnügte Quieken von jungen Frauen.Spontan fühlte er sich an seine Jugend erinnert und musste lächeln. Einzig Kylar war noch oben geblieben. Im Vorübergehen hatte er seine Frage gemerkt, diese aber nicht direkt beantworten wollen, es dauerte einen Moment, ehe er zu Worten kam. In ihm tobte ein Sturm vor Freude. Breit grinsend schaute er zu dem Mann hinüber. „Als ich ein kleiner Junge war, hatte ich hier Freunde gefunden, die mein Leben in einem Atemzug für immer veränderten. Einerseits legten sie mir ein schweres Schicksal auf, andererseits gaben sie mir die Möglichkeit Dinge zu erleben, wie ich sie sonst nie erfahren hatte.“ Wind kam auf und brachte den Baum sanft zum wiegen, während die Blätter dem ganzen rauschend ihren Beifall schenkten. „Ja, die Freunde lässt sich kaum Bändigen, wie ich merke.“ , lachte er in den Wind hinein. „Wir sollten beginnen, den Damen ein erfrischendes Mahl anzurichten. Denn auch mir kommt so langsam der Appetit.“ Langsam kehrte wieder Ruhr in die Luft ein, während er einige Schritte in Richtung der Büsche ging. An einer Stelle, nicht all zu weit vom Baum entfernt blieb er stehen, schichtete das Holz auf. Den letzten Stock dem Gehölz beilegend, begann es auch schon zu brennen, während er aufstand. „Nun, habt ihr etwas dabei, was wir auf dem Feuer anrichten wollen? Ansonsten würde ich mich schnell auf die Jagd begeben und etwas Fleisch auftreiben.“
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 01:18

Jelais gönnte sich eine ausgedehnte Runde zu schwimmen, wobei sie nicht bemerkte, wie das Schilf lichter wurde, bis es schließlich nur noch vereinzelte Halme waren.
Leichte Strömungen verliefen hier und da. An einigen stellen auch schon mal stärkere, doch denen wich sie gekonnt aus.
Es war nicht all zu tief, also tauchte sie einmal unter, kam wieder hoch und stellte sich im Hüfthohen Wasser hin, warf den Kopf mit ihren langen nassen Haaren zurück, wobei ein jeder Wassertropfen in der Sonne glitzerte.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 01:37

Kylar hörte wie die beiden Frauen jauchzten und dann etwas ruhiger wurden. Er lächelte wieder und lauschte den spät folgenden Worten Niels. Als Kind war er hier gewesen? Dann war es wahrlich eine lange Zeit, die er diese Gegend nicht mehr bereist hatte. Kylar von Natur aus nicht neugierig, aber schon vorsichtig. Er fragte sich selbst, was das für Freunde gewesen sein konnten, die sein Leben so verändert hatten, wie er es beschrieb.
Der seltsame Wind, der mit einem Mal anhob, machte Kylar nun vollends misstrauisch. Es war nicht der Rechte Zeitpunkt und das mulmige Gefühl alleine reichte Kylar nicht aus, diesen Mann zu durchlöchern. Er konnte genau spüren, dass Niel keine falschen oder bösen Absichten hatte. Daher würde er einfach warten, bis sich etwas tat, was man wirklich als magisch bezeichnen konnte.
„Es ist eine ausgezeichnete Idee, etwas zu essen zu bereiten. Ich werde am Fluss die Wasserflaschen füllen. Schließlich wird sich Fräulein Jelais nicht nur mit Fleisch zufrieden geben.“ Er grinste und nahm zwei Schläuche, die auf Durzo hingen an sich. „Aber das Fleisch zu besorgen ist eine wirklich ausgezeichnete Idee, ich habe nämlich nur Grünzeug zum garen dabei.“
Er schlenderte langsam zum Fluss und achtete darauf dem Ufer mit dem vielen Schilf nicht zu nahe zu kommen. Schleunigst machte er sich zum Ufer wo er Jelais sicher nicht antreffen würde, dann hier standen nur ein paar einzelne Halme herum. Da sie aber nackt war und sich viel zu sehr schämen würde, würde sie sicher nicht hier her kommen.
Er war schon fast da, als er sich umdrehte und einem aufgeregt flatternden Vogel zusah, der sich schimpfend aus dem hohen saftigen Gras erhob. Er ging dabei weiter, trat mit einem Fuß schon ins kühle Nass und fluchte. Als er dann aufs Wasser blickte, kam Jelais wie eine Nixe aus dem Wasser getaucht und warf auch wie eine Nixe den Kopf zurück. So wie sie geschaffen worden war stand sie vor ihm in einem Regen aus funkelnden Diamanttropfen.
Kylar klappte das Kinn auf und seine Hände ließen beide Schläuche auf den Boden platschen. Er starrte die perfekte blasse Haut an, die sich ihm zeigte und für einen Moment herrschte völliger Stillstand. Nach diesem Moment Stillstand, schoss Kylar förmlich alles Blut was er besaß in den Kopf. Er hatte vergessen zu atmen und holte nun Luft. Immer noch starrte er Jelais an, als könne er nicht so recht glauben, was er sah. Und bevor er darüber nachdenken konnte, was für einen Ärger er nun bekommen würde fing sein Herz so heftig an zu schlagen, dass er nicht glauben konnte, was gerade passierte. Schuldbewusst senkte er nun endlich den Blick und starrte auf seine Füße und zu den Schläuchen.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 01:58

Jelais strich ihre Haare zurück, öffnete dann die Augen, drehte sich dabei jedoch zur Seite und erblickte Kylar, der sie mit offenem Mund an starrte, als sei sie die erste Frau, die er in seinem Leben nackt gesehen habe.
Ein spitzer Schrei, gefolgt von spritzendem Wasser, als sie sich in eben jenes zurück warf. Als sie auf tauchte, sah sie wütend zu Kylar.
"Wie könnt ihr es wa ... "
Sie kam nicht weiter, sondern schrie noch einmal laut auf, ehe sie von einer starken Strömung erfasst und fort getrieben wurde.
Hilflos versuchte sie gegen diese Strömung an zu kommen, welche nicht einmal danach aussah, als könne sie irgend wen mit sich reißen.
Eine weitere Strömung, unterhalb der Oberfläche, zog Jelais hinunter und ließ sie hilflos unter Wasser umhertreiben.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 02:19

Natürlich war sie wütend und noch während Kylar in absoluter Verwirrung gestürzt war und ihre Worte nur am Rand mitbekam, vernahm er doch sofort, was geschah. Ihre Worte abgeschnitten, durch ein blubbern und dann sah er sie die Strömung hinunter treiben. Er setzte sich automatisch in Bewegung, rannte am Ufer entlang und sah mit Entsetzen, wie Jelais hinab gezogen wurde. Binnen weniger furchtbar langer Herzschläge, streifte er seinen Umhang ab und ließ ihn achtlos am Ufer zurück und zog in Windeseile seine Stiefel aus. Er hechtete mit aller Kraft in das tiefe Wasser und öffnete seine Augen Unterwasser. Die Strömung, was sehr stark und er hatte Mühe sich zu orientieren. Aber Jelais weiße Hat schimmerte durch das saubere Wasser zu ihm hinüber. Die Runen auf seiner Haut leuchteten kurz auf und Kylar empfing die Stärke, die er sich verlieh. Wie ein Pfeil schoss er auf Jelais zu, wobei die Strömungen bedeutungslos schienen.
Jelais war kaum noch einen Schritt entfernt, als ihn eine Strömung von der Seite erfasste und ihn erneut davon trieb. Wieder schwamm er auf Jelais zu. Sie strampelte und versuchte irgendwie aus der Todesfalle zu kommen, aber ihre Arme und Beine waren zu schwach. Mit einem neuerlichen kraftvollen Zug erreichte er sie endlich. Seine Arme schlossen sich um ihre zierliche Gestalt und mit einigen kräftigen Beinbewegungen schwamm er an die Oberfläche Er drückte Jelais zuerst durch die Oberfläche und kam dann nach. Er holte tief Luft.
„Halt dich fest!“, rief er ihr zu und zog sie auf seinen Rücken, wobei er ihre Arme vor seinen Hals zog. In diesem Augenblick waren sie sich so nah, wie es selten der Fall war. Trotz großer Mühe schaffte Kylar es schließlich zu einer seichteren Stelle, des Flusses. Dort streifte er mit seinen Füßen dann endlich das weiche Flussbett und schwamm so lange, bis er sich darauf knien konnte, um Jelais abzusetzen. Sie waren weit Fluss abwärts getrieben. Während Kylar wieder zu Atem kam glitt Jelais von ihm herunter und er begann sein Hemd auszuziehen, damit sie es sich überstreifen konnte. Dabei schaute er sie kein einziges Mal an. Er hielt es ihr schließlich nur mit abgewandtem Blick hin.
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Niel

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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 02:53

Die Jagd sollte an ihn gehen, so stellte er fest, Kylar wollte zum Wasser gehen, somit ging er in die entgegengesetzte Richtung. Kurz kniete er sich hin und legte eine Hand auf den Boden auf, nur um kurz darauf wieder auf zu stehen. Er drehte sich ein wenig nach links und folgte so seinem neuen Weg.
Im seichten Dickicht hatte er gerade ein Langohriges Tier gefunden, das sich mit Sicherheit gut über dem Feuer gemacht hätte, als er den Spitzen Schrei Jelais hörte. Sofort drehte er sich um und rannte in Richtung Fluss. Gerade so konnte er noch sehen, wie Kylar das Ufer entlang lief und im Wasser nach etwas suchte. Niel hingegen lief weiter zum Ufer, kniete sich auch dort ins Wasser und schloss die Augen. Mit einem Schlag wurde er sich bewusst was alles sich im Wasser befand. Erst nahm er die verschiedenen Strömungen wahr, ihre Stärke und ihre Anzahl. Unzählige Fische tummelten sich zudem in ihnen, umringt von aber vielen anderen kleinen Wassertieren. Als nächstes nahm er das junge Mädchen wahr, das gerade dabei war das Wasser zu verlassen und irgendetwas rief, das nicht seiner Achtung benötigte. Dann nahm er Jelais war, wie sie sich in einer der Strömungen wie eine Gefangene wand. Auch Kylar nahm er war, wie er sich ins Wasser stürzte. Kurz ärgerte er sich, denn so konnte er nicht die Strömung an dem Mädchen vorbeiführen. Andererseits würde sonst ihr Retter weiter den Fluss hinunter treiben. Stattdessen gab er der Wasserströmung den Befehl das Mädchen zum Mann hinüber zu tragen. Jedoch hatte er nicht damit gerechnet, das nahezu Zeitgleich die Schwimmgeschwindigkeit Kylars sich ihmens erhöhen würde, als das dieser durch eine sich für den Moment neu bildenden Strömung erfasst wurde, die ihm bei normaler Geschwindigkeit nicht erfasst hätte. Unmerklich schüttelte Niel den Kopf, dann setzte er zu einem neuen Versuch an. In einem Ruck setzte er den Mann in die Selbe Strömung wie das Mädchen, als das es nur noch an der Anstrengung lag sie zu retten. Als dieser nun endlich an ihrer Seite war, lenkte er die Letzten Strömung in Ufernähe so ab, das es erheblich leichter wurde an Land zu kommen.
Erleichtert holte er kurz Luft, bemerkte aber erst dann, wie ihn das Mädchen ein wenig verwundert anschaute, dann an ihm vorbeischaute und für die Winzigkeit eines Momentes eine kleine blaue Gestalt erblickte, die auch gleich wieder verschwand. Sich nicht daran störend wand sich Niel nun an sie: „Mach dir keine Sorgen, deinen Gefährten geht es gut, sie werden nur einen kleinen Moment brauchen, bis sie wieder hier sein werden." Langsam stieg er aus dem Knöchel tiefen Wasser, streifte sich kurz mit den Händen über die nassen Stellen und schon trieb das Wasser aus der Kleidung hinaus. „Vielleicht solltest du ihnen entgegen gehen, und dem Fräulein ihre Kleidung mitbringen. Ich werde mich währenddessen um das essen kümmern."
Wenig später saß Niel am Feuer und ließ die Luft durch den Duft köstlichen Fleisches den Hunger der in der Nähe stehenden entfachen.
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Jelais

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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 03:11

Jelais glaubte wirklich ihre Stunde sei gekommen.
Es war ihr unmöglich dem Griff des Flußes zu entkommen.
Immer wieder wurde sie umhergewirbelt und gezogen, bis sie plötzlich von jemandem gepackt und an sich gezogen wurde.
Ihre Lungen brannten, als sie die Wasseroberfläche durchstieß und endlich wieder atmen konnte.
Kylar hatte sie wirklich ein weiteres Mal gerettet.
Zwar war sie eine wunderbare Schwimmerin, doch der Strömung des Flußes hatte sie nichts entgegen zu setzen.
Sie ließ sich von Kylar helfen auf seinem Rücken halt zu finden, wobei sie die Arme recht locker um seinen Hals hielt.
Sacht schmiegte sie sich an seinen Rücken.
Zwar würde es noch ein Donnerwetter geben, doch für diesen Moment, musste sie die Gelegenheit ihm so nahe zu sein einfach ausnutzen.
Seine kräftigen Muskeln bahnten sich einen Weg zum Ufer, wobei sie sich sicher war, er hätte Hilfe gehabt.
Am Ufer selbst, sah er sie nicht einmal an, sondern reichte ihr lediglich sein Hemd, welches sie dankbar sofort über zog.
Als sie es endlich an hatte, stand sie auf, ging zu Kylar hinüber, legte ihre Hände um seinen Hals und zog ihn zu sich herunter.
Sacht legte sie ihm ihre Lippen auf die Seinen, ließ dann wieder von ihm ab und lächelte für einen Moment.
"Das war für meine Rettung Kylar. Danke,"
säuselte sie dankbar, doch schon im nächsten Moment verfinsterte sich ihr Gesicht und es gab einen lauten knall, als ihre Hand auf seiner Wange aufschlug.
"Das ist dafür, dass du geglotzt hast und ich durch dich überhaupt erst in diese Lage gekommen bin!!!!"
fauchte sie, drehte sich energisch um und schritt noch energische, so weit der Weg es denn zu ließ, davon.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 03:33

Das Hemd wurde ihm förmlich aus der Hand gerissen und er richtete sich langsam aber sicher auf. Das Bild ihrer … nun ihres Körpers, mit nichts weiter bekleidet als ihrer Haut hatte sich tief in seinen Gedanken eingebrannt. Er stand noch völlig neben sich und nicht nur, wegen dem Bild, sondern auch, weil er Jelais schon wieder fast in die Umarmung des Todes gesandt hatte. Unglaublich, wie oft sich dieses Mädchen ins offene Messer warf. Er wartete bis sie sich das Hemd angezogen hatte, dann hörte er, wie sie durch das Wasser auf ihn zu kam und er drehte sich zaghaft um.
Jelais sah gar nicht wütend aus. Im Gegenteil, sie sah zuckersüß und lieblich aus. Nun, genau das beunruhigte ihn wirklich. Sie war gerade fast ertrunken und das nur, weil sie sich vor ihm erschreckt hatte. Er schaute in ihre Augen und sie fasste seinen Hals mit beiden Händen. Ihre Finge elektrisierten ihn und dann tat sie etwas, womit er weder gerechnet hatte, noch sich wirklich wehren konnte. Sie legte ihre perfekten, wundervollen Lippen auf seine und küsste ihn. Seine Augen schauten sie weiterhin an und hätten ihr die tiefsten Tiefen seiner Seele gezeigt, wenn sie ihre nur auch geöffnet gehabt hätte.
Kylar erwiderte den Kuss nicht, er war dafür zu kurz und Kylar zu geschockt. Es war, als hätte sie ihn mit einer gewaltigen Kraft in eine andere Dimension katapultiert. Und das obwohl Kylar kein Unschuldslamm mehr war. Im Gegenteil, er hatte schon so oft das Bett mit Frauen geteilt, wie es für einen Soldaten in der Fremde üblich war. Aber dieses Geschöpf… Und dann wurde er in die Wirklichkeit zurückgesprengt.
Ein lauter Knall und ein sengender Schmerz war der Auslöser für die Rückkehr. Sein Kopf neigte sich durch die Wucht zur Seite und sein Oberkörper folgte dieser Bewegung leicht. Und obwohl er wusste, dass er sich eigentlich darüber ärgern sollte, was Jelais gerade getan hatte, tat er gar nichts. Er hatte es doch verdient, oder nicht? Er wusste nicht was er tun oder glauben sollte und beschloss einfach erst mal an Ort und Stelle zu verweilen. Er ließ sich am Rand des Ufers nieder und kühlte sich seine Wange mit dem klaren Wasser. Sein Herz hämmerte sein Blut durch die Adern und drohte herauszuspringen.
Wie konnte das passieren? Kylar, du weißt, dass es dir nicht möglich ist… Du darfst sie nicht begehren! Es geht einfach nicht! Was hat sie sich dabei gedacht? Jelais…
Er dachte lange nach. Sehr lange und schließlich fasste er einen Entschluss, dessen Durchsetzung vermutlich sehr schwer sein würde.

Moira sah das kleine Geschöpf und wie es wieder verschwunden war. Auf Niels Aussage lächelte sie unsicher und sagte erst mal gar nichts. Auf seine Aufforderung nickte sie nur und klaubte Jelais Sachen zusammen. Dann drehte sie sich jedoch noch einmal um und betrachtete Niel.
„Danke, Herr. Diese beiden bedeuten mir viel.“
Sie errötete leicht und lief dann schnell ihren beiden Freunden entgegen. Dieses kleine Geschöpf gab ihr zu denken und sie würde Niel danach fragen, wenn sich die Gelegenheit bot. Sie konnte Jelais ausmachen, aber Kylar war nicht bei ihr.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 03:57

Jelais war gar nicht mehr wütend.
Sie stapfte nur ihrer Art gemäß davon.
Tatsächlich war sie eben im Himmel gewesen, hatte einen Engel geküsst und war mit rasanter Geschwindigkeit wieder auf den Boden der Tatsachen gezogen worden, dass es eine unmögliche Liebe war, der ihr Vater im Leben nicht zustimmen würde.
Betrübt nahm sie Moira die Sachen ab.
"Kannst du bitte nach seinem Umhang sehen und ihm diesen bringen? Er hat ihn nicht an gehabt, als er mich da raus gezogen hat,"
erklärte und bat sie Moira, die sofort bemerkt hatte, dass etwas nicht stimmte.
Jelais sah zur Seite und erblickte den Umhang.
"Lass nur. Ich nehme ihn schon einmal mit ins Lager und werde mich an ziehen. ich werd ihm die Sachen schon geben. Komm."
Sie schritt weiter, suchte sich ein paar Büsche in denen sie sich umziehen konnte und hing das klatschnasse Hemd so dicht ans Feuer, welches Niel bereits entzündet hatte, wie es eben möglich war, ohne es verbrennen zu lassen.
"Was wird das?"
wollte sie von Niel wissen, der dabei war irgendwas köstliches zu kochen.
Sie wollte sich von Kylar ablenken, denn schuldbewusst fühlte sie sich schon, ihn geschlagen zu haben.

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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 04:42

Sorgfältig wurde der Hase mit den Kräutern eingerieben. Das Fell des Hasen hatte er derweil schon bei Seite gelegt, sowie auch die Innereien des Tieres. So saß er da, und wartete, bis das Feuer die Mahlzeit als fertig erachtete. Er schaute kurz auf, als die beiden Damen den Platz erreichten, konnte jedoch nirgends Kylar sehen. Sich derweil nicht darum kümmernd, was genau geschehen war, beantwortete er stattdessen die frage. „Nun, es handelt sich um einen einfachen Hasen, der verfeinert mit einigen Kräutern aus meiner Hand, den saftigen Geschmack beibehalten soll. Leider war es nicht an mir noch etwas an Gemüse und ähnlichem hier draußen auf zu treiben. Dies ist hier leider sehr rar besähet. Jedoch meinte euer Gefährte Kylar etwas dieser gleichen bei sich gehabt zu haben. Aber da ihr beiden gerade hier seit, könntet ihr vielleicht noch ein wenig acht auf dies alles geben, ich würde mich gerne noch einmal zum Fluss begeben, und mein Glück mit ein paar Fischen versuchen; ich denke sie würden unser Essen noch ein wenig abrunden.“ Durchaus hatte er den Blick Jelais gesehen, auch das es ihr nicht sonderlich gut ging, doch wollte er spontan dazu kein Wort verlieren.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 05:33

Eine ganze Weile blieb Kylar am Wasser Sitzen, streckte seine Füße in den weichen Sand und lies ihn durch die Ritze, zwischen seinen Zehen rieseln. Er wiederholte das mehrere Male ohne dabei an irgendwas zu denken. Er hatte sich damit zwar erfolgreich abgelenkt, aber irgendwie schien ihm das sehr sinnlos und überflüssig.
Er ließ seinen Blick nun lieber durch die Landschaft schweifen. Grüne Ebenen, weite Flur und hier und da Bäume. Eine wundervolle Landschaft. Eine Oase der Erholung und selbst hier, brachte sich Jelais in Gefahr. Wobei er ja auch nicht ganz unschuldig gewesen war. Wieso hatte er sie auch so anglotzen müssen? Er warf einen Stein ins Wasser und blickte zum Himmel. Jelais war in Sicherheit, denn sie waren so weit nicht vom Lager entfernt. Er traute Niel. Er wusste nicht genau warum, aber er vertraute ihm sogar Jelais an.
Kylar lauschte dem rauschen des Flusses und betrachtete die glitzernde Oberfläche. Er sah Jelais vor sich, wie sie sich durch die Strömung kämpfte und vergeblich um sich schlug. Dann sah er sie wieder, wie sie bis zur Hüfte im Wasser stand und das ärgerte ihn maßlos. Wie sollte er dieses Bild je wieder aus seinem Kopf bekommen??? Er ließ sich nach hinten Fallen und lag ausgestreckt am Flussufer. Seine Füße wurden von dem kühlen Wasser umspült und ein leichter Wind streifte über seinen Körper, der von einer kribbelnden Gänsehaut überzogen wurde.
„Warum, Herr? Warum ausgerechnet ich? Warum konnte sie die Reise nicht mit jemandem machen, der sie nicht so verdammt gern hat?!“, fragte er Jelais Vater, der ihn damals beauftragt hatte. „Warum musste ausgerechnet ich es sein?“
Nun eine Antwort würde er sicher nicht bekommen. Niedergeschlagen erinnerte er sich an jene verhängnisvolle Woche…
Kylar ritt auf dem Hof ein und trat vor seinem Herren um ihm von den Kämpfen zu berichten, die er zu beenden gesucht hatte. Er berichtete von seinem Erfolg der nach fünf Jahren hässlicher Unruhen endlich eingetreten ist. Sein Bericht erfreute Jelais Vater über die Maßen und ein Fest wurde organisiert. Die junge frau, die ihn verstohlen anblickte erkannte er erst gar nicht und ging geradewegs an ihr vorbei. Müde und geschunden suchte er sein Quartier auf und ruhte sich aus. Zwei Tage später wurde dann dieses Fest gegeben, auf dem er sich nur mäßig amüsierte. Er vermisste etwas. Besser, er vermisste jemanden. Und erst als er die junge Frau neben dem Herzog erblickte, ahnte er, dass sein kleines Mädchen zu einer Frau geworden war.
War es so lange her gewesen, dass er sie zuletzt gesehen hatte? Kylar ging zu ihr und sagte:
„Jelais?“ Sie blickte ihn an. Traurig, zornig, glücklich? Von allem ein bisschen. Klar er hatte sie nicht erkannt, hatte sie nicht einmal eines Blickes gewürdigt und sie nicht begrüßt. Sie reckte ihr Kinn vor und sagte nichts.
Aber irgend so ein Schnösel hinter ihr beugte sich vor und meinte: „Es heißt LADY Jelais.“
Das Mädchen jedoch stürzte sich auf ihn und umschlang ihn. Sie meinte sie habe ihn vermisst, fasste sich jedoch gleich wieder, wie es sich eigentlich für eine Dame gehörte und setzte sich wieder. Erst nach dem Fest war Kylar klar geworden, dass das kleine Mädchen nun schier unantastbar für ihn geworden war. Wie schnell sie erwachsen geworden war…

Kylar schloss die Augen und dachte weiter darüber nach, was in jenen Tagen alles geschehen war, aber eines dieser Ereignisse veränderte sein Leben völlig.
„Kylar. Ich entlasse dich aus dem Kriegsdienst.“, sprach der Herzog.
Es war wie ein Schlag vors Kinn und in den Magen gleichzeitig. Außerstande etwas vernünftiges zu sagen, stammelte er nur: „Wa.. Wie? Eh… Warum?“
„Weil du fortan Begleite, Beschützer und Aufpasser meiner Tochter sein sollst. Kylar, du bist nicht nur ein Vasall, sondern auch ein Freund der Familie. Ich vertraue dir sehr und so auch meinen größten Schatz an. Jelais soll eine Reise machen. Sie soll sich bilden und ihre Flausen verlieren, damit sie eine vorzeigbare Tochter wird, die ich verheiraten kann. Ihre Schönheit hat sie von ihrer Mutter, ihre Verwegenheit wohl eher von mir. Ich wünsche, dass du sie zu einer anständigen Frau machst, die sich in der Welt auskennt und ihren Platz einnimmt.“
Kylar starrte seinen Herren an und fragte sich, wann er aus diesem Alptraum erwachen würde. Er war ein Krieger und kein Lehrer. Schon gar nicht war er ein „Aufpasser“.
„Du als ihr Leibwächter wirst ihr zur Seite stehen und sie sanft in die richtiger Richtung stupsen. Verstanden, Kylar?“
„Ver… Verstanden.“, murmelte er nachdenklich. Jelais und er würden also von dem tag an zusammen sein. Und er wusste nicht, ob er sich freuen sollte. Das kleine Mädchen hatte sich verändert. Sie war streng und kalt geworden. Ihre Ausgelassenheit war verschwunden und Sittsamkeit und Härte hatten den Platz eingenommen. Sie war verwöhnt, hatte Macht geschnuppert und war eigentlich ein verzogenes Gör geworden. Wie sollte ER denn da irgendwas ausrichten? Er verstand seinen Herren nicht, aber er würde sich niemals seinem Befehl wiedersetzen.
Und bald darauf ging die Reise los. So vieles hatte sich verändert und die fünf Jahre hatten sie einander zu Fremden werden lassen. zumindest war es die erste Zeit so gewesen. Er hatte sie beschützt, hatte ihre Fehler ausgebügelt und hatte so manche Strapatze und manch unnötige Verletzung in Kauf genommen, um ihren Wünschen zu entsprechen. Erst später war er aufmüpfiger geworden, hatte Befehle abgelehnt und sie in die richtige Richtung „gestupst“. Sie lachten hin und wieder gemeinsam. Doch ein eisiges Schild umgab beide, wie ein Panzer.
„Du hast mir gefehlt, Kylar.“

Ja. Irgendwann einmal hatte sie das zu ihm gesagt. Und er hatte daraufhin leicht gelacht und ihr gesagt, dass das unmöglich wahr sein konnte, hatte sie doch genug „Spielgefährten“ gehabt, die viel besser für sie gewesen seien, als ein mürrischer Kampfmagier, der andere Menschen in den Tod schickte. Und erst heute begriff Kylar, dass es dem puren Selbstschutz gedient hatte, als er die Tatsache ignorierte, dass sie das wirklich ernst gemeint hatte.
Kylar musste die Zügel ziehen und Jelais nach Hause bringen. Er konnte sie nicht beschützen. Er konnte sie nicht vor ihm selbst beschützen und sich nicht in die seelische Verdammung manövrieren. Es war nicht gut für sie beide, wenn er weiterhin so tat, als sei es nichts.
Oder war es nichts? Er hatte Jelais aufwachsen sehen. Er war ihr eigentlich wie ein großer Bruder gewesen. Vielleicht bildete er sich alles ein. Vielleicht liebte er sie ja nur wie eine kleine Schwester. Und dass er sie nackt gesehen hatte und es ihm dabei die Scham ins Gesicht getrieben hatte, bewies ja nichts, oder?
Es war zum Haare raufen! Kylar sprang schließlich auf und brüllte ein „Verdammt noch mal!“ in den Himmel. Er ärgerte sich fürchterlich über sich selbst und stapfte Flussaufwärts. Dort wo seine Stiefel lagen, hatte er eigentlich auch seinen Mantel abgelegt, aber er nahm an, dass Jelais ihn mitgenommen hatte. Weiter oben am Fluss sah er Niel. Schnell zog er seine Stiefel an, in denen er sich Blasen gelaufen hatte und kehrte zum Lager zurück. Nicht jedoch ohne vorher noch die Wasserschläuche aufgefüllt zu haben. Die Brandnarben, die sich über seinen Oberkörper und sein Gesicht zogen, waren violett und sehr auffällig. Würde er sich am Feuer wärmen, würden sie wieder blasser werden. Er ging zum Feuer.
Seine Wange war purpurrot, würde aber im Laufe des Nachmittags wieder seine normale Farbe bekommen. Ohne ein Wort zu sagen packte er das Gemüse aus, schalte Möhren und Kartoffeln und wusch sie ab. Er gab keinen einzigen Laut von sich und sah Jelais kein einziges Mal an.
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Jelais

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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 06:43

Aufmerksam hatte sie Niel zu gesehen und sich genau gemerkt, was er gemacht hat.
Fisch wollte er holen?
Nun dagegen hatte sie sicher nichts.
Sie setzte sich hin, betrachtete den alten Umhang Kylars und machte sich schon wieder Vorwürfe, weil sie ihm ins Gesicht geschlagen hatte.
Eine ganze Weile verging, ehe Kylar zurück kam und sich nicht im geringsten an ihr störte.
Er ignorierte sie gänzlich.
Schließlich hielt sie sein Schweigen nicht mehr aus.
Sie nahm den Umhang und das inzwischen durchaus trockene Hemd, ging zu ihm hinüber und legte es zu ihm.
"Kylar ... es tut mir leid. Ich hätte dich nicht schlagen dürfen,"
meinte sie schuldbewusst und sanft.
"Ich hätte besser aufpassen müssen, wo ich hin schwimme. Ich stehe mehr als nur einmal in deiner Schuld."
Sie hasste es von ihm ignoriert zu werden.
Schon als Kind hatte sie so oft von ihm geträumt, wie er als Ritter aus der Schlacht käme und sie auf seinen Durzo hob, um sie zu bitten seine Dame zu sein.
Der Wusch festigte sich mit dem älter werden, doch änderte sich die Vorstellung immer mehr zu einer romantischen Geschichte.
Langsam aber sicher war sie erwachsen geworden.
Auch ihrem Vater hatte sie ständig in den Ohren gehangen, wann er denn wieder käme und wie lange er diese Kriegsdienste denn noch tun sollte.
Hin und wieder hatte sie ein Lächeln auf den Zügen ihres Vaters entdeckt, wenn sie ihn an flehte Kylar nicht wieder fort zu schicken.
Die Zofen predigten ihr andauernd, dass Kylar kein Ritter sei und es sich nicht ziemte Kylar nach zu schmachten.
Was blieb ihr also übrig, als diesen Panzer auf zu bauen, der für jeden anderen nur als Kalt und Hart gegenüber Kylar empfunden wurde.
Eigentlich hatte sie ihr ganzes Verhalten nur seinetwegen so aufgebaut, war arrogant und unerträglich geworden.
Kylar war und blieb ihr Ritter, ihr Drache.
Nie im Leben würde sie ihn noch einmal so lange weg gehen lassen.
Würde er es in betracht ziehen, würde sie fort laufen.
Sollten sie nur versuchen sie mit irgendwem zu verheiraten, sie würde sich nicht verheiraten lassen.
Eher würde sie sich einen Dolch in die Brust stoßen, wobei ... das hatten andere wohl immaginär schon längst getan.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 08:43

Kylar störte sich nicht an der Anwesenheit Jelais, aber er wusste, dass es sie rasend machte, wenn er sie ignorierte. Darauf konnte er jetzt jedoch auch wirklich keine Rücksicht nehmen. Moira war ihm auch gerade ziemlich egal. Er musste erst einmal mit sich selbst klar kommen. Und das war schwerer, als eine Schlacht zu führen.
Jelais gab ihm seine Sachen, die er jedoch achtlos neben sich liegen ließ. Seine Augen richteten sich erst auf Jelais, als sie ihn direkt ansprach und sich entschuldigte. Seine Augen wirkten irgendwie müde, als er seine „Herrin“ anschaute. Was sollte er sagen? ‚Klar. Deine Entschuldigung ist auf jeden Fall angenommen!‘ oder ‚Ihr braucht euch doch nicht entschuldigen, Prinzessin! Ich bin schließlich nur euer Diener!‘
Nein. Er würde nichts dergleichen sagen. Schließlich hielt er in seiner Arbeit inne und blickte Jelais an. Er blickte sie lange und durchdringend an, wollte wissen, was in ihrem Kopf vor sich ging. Die Ohrfeige war es nicht, was ihn so in das Gefühlschaos gestürzt hatte, das er glaubte, seine Brust müsse zerspringen. Nein nicht die Ohrfeige, sondern der Kuss…
„Ich hatte sie verdient…“, sagte er nur niedergeschlagen. Er hatte keine Lust darüber zu reden und vor allem hatte er keinen Nerv jetzt wieder an den Kuss erinnert zu werden. Er wandte den Blick ab und warf das kleingehackte Gemüse in den Topf, den er ebenfalls von Durzos Rücken nahm. Dann füllte er den Topf mit Wasser und stellte den bereits stark verrußten Topf in die Glut, unter den Hasen.
„Ihr steht außerdem nicht in meiner Schuld. Mein Befehl ist eindeutig und ich werde ihn nicht verfehlen.“, seine Stimme klang merkwürdig distanziert und überhaupt nicht so stolz und belustigt wie sonst. Es war eigenartig. Er klang sogar ein bisschen erdrückt und müde. Er wusste, der vermutete bereits, dass Niel Fisch fangen wollte und bis dieser wieder kam, würde das Gemüse gar sein.
Er blickte zu seinem Mantel, ließ ihn aber an Ort und Stelle, dann ging er zu der Seite des großen Baumes, die vom Lager abgewandt war und lehnte sich dagegen. Er legte das Kinn auf die Brust und schloss die Augen. Wieder dachte er nach und schlief binnen kürzester Zeit auch ein.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 09:26

Kylar war sonderbar.
So hatte er sich noch nie benommen.
Es war wie ein Stich ins Herz so von ihm angesprochen zu werden.
Was hatte sie getan?
Die Ohrfeige hatte er nicht verdient.
"Nein ... hast du nicht,"
erwiderte sie, sah dann jedoch nur noch zu, ohne zu wissen, was er dachte, wie er das Gemüse in den Topf schmiss.
Als er sich an den Baum lehnte und ein schlief, nutzte sie die Gunst der Stunde.
Sie nahm sich ein paar leere Pergamente, eine Feder und ein kleines Tintenfass mit und ging in der Gegend auf den Wiesen spazieren, um sich einen Platz zu suchen, an dem sie sich in ruhe nieder lassen konnte und schreiben.
Ein paar Bäume boten Schutz vor der prallen Sonne.
Jelais setzte sich, öffnete das Tintenfässchen und begann einen Brief an ihren Vater zu schreiben.
In ihm erklärte sie ihm, was sie fühlte, wie es ihr ging und das Kylar sich eigenartig benahm, seit dem Vorfall mit der Ohrfeige, wobei sie ihm die Situation so schilderte, dass sie bekleidet in den Fluß gestürzt war, nachdem sie Gedanken verloren am Flußufer entlang gegangen war und Kylar nicht bemerkt hatte.
Auch den Kuss hatte sie nicht ausgelassen, denn sie wollte ihm alles Haarklein erklären.
Sie schüttete ihm ihr Herz aus, erklärte ihm gegen Ende des Briefes, dass sie keinen anderen Mann heiraten würde, als Kylar.
Sie erklärte ihm noch wie sehr lieb sie ihren Vater hätte, doch sie könne keinen anderen Mann jemals mehr lieben, als Kylar.
Als sie endlich fertig war, faltete sie das Papier, um es später fort zu schicken.
Sie nahm sich ein weiteres Pergament vor und begann eine Geschichte zu schreiben.
Die Geschichte eines kleinen Mädchens, welches auf einer Burg lebte, als Liebling des Vaters, deren Frau verstorben war.
Sie erzählte von dem Ritter, der sie so oft zum Spielen begleitete, sie immer wieder ins Bett brachte und ihr Geschichten erzählte.
Schließlich erzählte sie in ihrer Geschichte, wie er wieder aus zog und sie den Zofen überlassen wurde, die sie zwar spielen ließen, sie aber immer wieder ermahnten, nicht mit ihrem Ritter zu spielen und sie nicht gern zu ihm ließen, wenn er da war.
Sie schrieb, wie sehr sie darunter litt, wenn ihr Ritter nicht da war, das ihr Vater nicht wusste, was die Zofen hinter seinem Rücken trieben und sie immer wieder Verbote aus sprachen, über die sie sich hinweg setzte.
Sie beschrieb, wie sie schließlich begann alle herum zu kommandieren, wie alle begannen sie zu hassen und ihr aus dem Weg gingen.
Ja es begann schon als sie noch ein Kind war. Die Freude über die Rückkehr ihres Ritters beschrieb sie ausführlich.
Im Prinziep wurde es eine Kurzgeschichte, die mehrere Seiten lang wurde.
Sie beschrieb wie sie älter wurde, diesen Eispanzer um sich legte und sich mit ihrem Ritter auf die Reise begab, auf der er sie immer wieder rettete, sich selbst umbringen wollte und sie schließlich gänzlich anders behandelte und wie sie sich bei jeder dieser Vorkommnisse fühlte.
Schließlich weinte sie beim schreiben.
Sie schrieb wie sehr ihr herz sich nach ihm sehnte, sie jedoch wusste, das er sie hasste und sie nicht wusste, wie ihr Vater auf das alles reagieren würde, mal zu schweigen davon, dass ihr Ritter nicht im geringsten Ahnte,
das sie ihm schon vor langer Zeit ihr Herz geschenkt hatte, er sie jedoch nur als seine Herrin betrachtete.
Zum Abschluß schrieb sie die Widmung für ihren Ritter den sie liebevoll durch ein Ereignis, ihren Drachen nannte.
Als sie fertig war, faltete sie auch diese Pergamente zusammen um sie in später in der Satteltasche Durzos zu verstauen.
Schließlich würde Kylar sie nicht auf ihrer Stute weiter reisen lassen.
Müde legte sie sich auf die Wiese und starrte in den dunkler werdenden Himmel.
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Niel

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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 17:09

Das Fangen der Fische war nicht wirklich von großer Schwierigkeit gewesen, das wusste er, somit setzte er sich kurz an das Ufer und überlegte vor sich hin. So verharrte er für einige Augenblicke, schaute auf den Fluss hinauf und ließ die sanften Bewegungen der Luft an seinem Körper entlanggleiten. Es freute ihn, in Gesellschaft umher zureisen, doch wusste er nicht so recht, wie er das verhalten seiner beiden älteren Gefährten zu handhaben sollte. Für ihn wenn auch nur kurzen und neuralen Beobachter, war in Binnen weniger Augenblicke klar, was zwischen den beiden vor sich ging. Dennoch hatte er nicht das recht sich soweit in das leben der Menschen einzumischen. Es gab Dinge, denen sie einfach selber folgen mussten, selber entdecken mussten, selber erleben musste. Einerseits stimmte es ihn traurig in vielen dingen der Beobachter zu sein, ohne groß selber handeln zu dürfen. Stimmen, die er Genre hörte begehrten in ihm auf, mit de3m Inhalt, das Bald seine kraft gebraucht werden würden, und sie mit gemeinsamer Kraft dinge Bewegen würde, die dem Maß des normalen Menschen bei weitem übertreffen würden. Niel wusste dies alles schon.

Kurz darauf traf Niel wieder im Lager ein. Kylar hatte die Augen geschlossen und Jelais hatte sich ein wenig vom Lager entfernt, wie ihm der Wind verriet. Nur das junge Mädchen war geblieben und hatte sich um das Essen gekümmert. Der Hase war schon lange durch und aus dem Topf hörte er brodelnde Geräusche. So steckte er die an Stöcken aufgespießten Fische ins Feuer, ohne sich vor der Hitze zu schützen. Es waren vier an der zahl, genau auskommend mit den an sich anwesenden Personen. „Hab dank, das du dich um das Essen gekümmert hast, ohne dich wäre es wohl nicht mehr zu genießen gewesen.“ Er lächelte sie freundlich an. Gemächlich setzte er sich neben sie hin und schaute ins Feuer, während die Fische zischende Geräusche von sich gaben.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   Sa März 12 2011, 20:50

Kylar träumte einen furchtbaren Traum, jedoch drang weder Geräusch noch Bewegung in die Wirklichkeit. Er träumte von Jelais und von ihrem Vater, von Enttäuschung, Strafe und Schmerz. Träumte von ihren eiskalten Blicken und dem Zorn seines Herren. Er träumte jedoch auch von dem Kuss, von der wunderbaren Natur und von der Sünde, die er beging, nur um Folter und Schmerz in Kauf zu nehmen.

Moira lächelte als sich Niel bei ihr bedankte. Sie als Magd hatte sich immer um Essen und all die anderen Dinge gekümmert, die angefallen waren. Es machte ihr weder etwas aus, noch empfand sie es als Tat für die man sich bedanken musste. Dann sagte sie leise, um Kylar nicht zu wecken: „Ich habe zu danken. Der Hase riecht köstlich und die Fische werden auch sehr gut schmecken. Glaubt ihr wir werden auch alle satt?“, den letzten Satz sprach sie mit etwas Sarkasmus aus und grinste dabei süffisant. Es war schon eine ganze Menge, die es zum Mittag oder Abendbrot geben würde. Es war schon spät und Moira wusste nicht genau, als was die Mahlzeit durch gehen würde. Aber da später vermutlich niemand mehr was essen würde, ließ sie es als Abendbrot durchgehen.
Nachdem sie noch einmal nach dem Gemüse gesehen hatte, blickte sie sich verstohlen um und fragte dann, als sie sah, dass niemand zuhörte: „Was war das für ein kleines Wesen am Fluss? Ist das ein Freund von euch oder hattet ihr gar nichts mit diesem kleinen Geschöpf zu tun?“
Im Gegensatz zu Kylar war Moira neugierig.

Ein raschelndes Geräusch von sich gebend, stand Kylar auf, er hatte nichts von Moiras frage mitbekommen, sondern war nur aus seinem Traum hochgeschreckt. Er schüttelte den Kopf, blickte kurz hinter sich und ging dann auf die Suche nach Jelais. Das Essen würde bald fertig sein und er würde sie zum Lager bringen. Einige Schritte weiter erblickte er sie und ging langsam auf sie zu.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   So März 13 2011, 00:30

Still lächelte der Mann in sich hinein. Schon lange hatte niemand solch eine Frage gestellt, eine Frage nach Wesen, wie sie sich jeder vorstellen konnte, aber niemand wusste welchen Platz sie in dieser Welt einnahmen würden. Ebenso selten war es wohl, das überhaupt solch eine Frage für ihn aufkam, gab es immerhin nur selten die Möglichkeit, das der gemeine Mensch etwas von seinen Freunden erfuhr. „Wie möchtest du deine frage beantwortet haben?“ Er schaute leicht verschmitzt das Mädchen an. „ich kann mir nicht vorstellen, das dir es ausreichen würde, wenn ich nur 'Ja' sagen würde, nicht war?“ Etwas neckisches lag in seinem Blick und er konnte dem Mädchen ansehen, das es ein wenig verlegen wurde. Er wand seinen Blick von ihr ab, stützte sich mit den Händen nach hintan ab und schaute in den Himmel. „Also gut, ja du hast Recht, es ist einer meiner kleinen Freunde.“ Er sagte bewusst, das es sich auch noch um mehr handeln könnte, doch ließ er dies auszusprechen erst mal sein. „Das Wesen was du gesehen hast ist ein Djinn, ein Elementar.“ Er pausierte kurz, als würden ihm eine Erinnerung treffen, ein schöner Gedanke. „Der den du gesehen hast, das war Tau, ein Wasserdjinn.“ Langsam wurde seine eher fröhliche Stimme ruhiger: „Dieser kleine Freund ermöglicht es mir Herr über alles Wasser zu sein, es zu Formen und fließen zu lassen wie es mir beliebt.“ Er hätte durchaus noch tiefer in die Materie der Elementarbeherrschung eingehen können, doch ließ er es für den Moment. Das Mädchen hatte Phantasie. Es würde sich selber ausmalen können, was genau dies zu bedeuten hätte.

Kylar wachte auf. Beide saßen sie noch da, ohne groß den Ort verändert zu haben, nebenher das essen im Blick abwer ansonsten eher für sich alleine in ihren eigenen Gedanken.
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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   So März 13 2011, 02:35

Fast den ganzen Nachmittag hatte sie an der Geschichte geschrieben. Unterwegs würde sie daran feilen, sie ausführlicher wieder zu geben.
Kylar bemerkte sie gar nicht, als er kam. Sie hatte die Augen geschlossen und lag da, wie ein Engel.
Eigentlich hatte sie nicht vor wieder auf zu stehen udn zurück zu gehen, sondern wollte noch eine Weile hier liegen bleiben.
Sicher waren die anderen bereits beim Essen.
Da Kylar ihr die kalte Schulter zeigte, was ihr wirklich weh tat, würde sie es ihm gleich tun.
Sollte er nur meckern oder sonst wie reagieren, sie konnte es eh nicht ändern.
Eine schmerzliche Erkenntnis.
Sie konnte einfach nicht verstehen, dass ihn die Backpfeife so aus dem Ruder geworfen hatte und ihn derart verändern konnte., zumal sie sich entschuldigt hatte und er noch meinte sie verdient zu haben.
Nein, das hatte er wirklich nicht
Es war einzig ihre Schuld gewesen, dass sie fast ertrunken war.
Hätte sie darauf geachtet, wohin sie geschwommen war, hätte Kylar sie nicht so erblickt und sie wäre nicht in die Strömung geraten.
Sie machte sich arge Vorwürfe darüber, wie sie reagiert hatte.
Nach außen hin zeigte sie so etwas nicht.
Wie oft sie sich schon Vorwürfe gemacht hatte darüber, wie sie mit anderen um sprang, doch schließlich tat sie genau das, was man aus ihr gemacht hatte.
Wären die dämlichen Zofen nicht gewesen, sie hätte sich nie den Dienstboten gegenüber so verhalten.
Leider mussten alle darunter leiden, denn sie wusste nicht, wer wirklich zu ihr halten würde und wer nicht.
Sie hielt diese Maske seit ihrer Kindheit aufrecht, hatte sie nur zu Kylars Anwesenheit immer wieder abgelegt, bis er zum letzten Mal kam und sie die Maske aufrecht erhalten musste, auf das die verflixte Zofe die Klappe hielt.
Auf der Reise selber, konnte sie sie nur nach und nach ab legen, so als würde sie lernen.
Niemand kannte ihr wahres ich, erkannte wie einsam und unglücklich sie wirklich war, oder warum sie das alles tat.


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BeitragThema: Re: Die grüne Ebene   So März 13 2011, 03:58

Moira machte große Augen, als Niel ihr erzählte, was es mit dem kleinen, niedlichen Geschöpf auf sich gehabt hatte. Ein Djinn also? Der Mann konnte also mit Hilfe des Djinns das Element Wasser kontrollieren und sie war sich sicher, dass dies nicht nur dieses eine Element betraf. Sicherlich gab es da noch mehr. Sie fragte jedoch nicht danach, denn sie fand, dass es ziemlich unhöflich wäre ihn so zu löchern. Stattdessen blieb sie einfach neben Niel sitzen und wartete, auf die anderen beiden. Nachdem sich Kylar entfernt hatte, hatte sie ein mulmiges Gefühl gehabt, aber das legte sich bald wieder. Sie wusste, dass Kylar ziemlich zornig werden konnte, aber heute schien er eher ruhig und bedacht zu sein.

Kylar schlich sich nicht einmal an Jelais an und doch bemerkte sie ihn nicht. Er seufzte sehr leise und schlich sich nun das letzte Stück wirklich ran. Sie hatte offenbar alles um sich herum vergessen und lag da im Gras. Wie ein Engel. Sie sah aus, als würde sie schlafen oder gar, als sei sie verstorben. Doch Kylar wusste es besser. Sie hatte ganz offensichtlich geweint und Kylar wusste, dass das seine Schuld war. Es war doch immer seine Schuld. Er kniete sich so leise neben Jelais, dass sie ihn nicht hören würde und betrachtete sie noch eine kurze Weile, ehe er mit einer so sanften Stimme sprach, als wäre sie aus reinster Seide: „Kommt, Mylady.“ Er klang sehr förmlich und lächelte nicht. So weich, wie seine Stimme war, so zerschmetternd reserviert war sie auch. „Das Abendessen ist bald fertig.“
Sein Traum hatte die Situation noch verschlimmert und Kylar wusste, dass es nicht mehr lange dauern und er den Verstand verlieren würde. Ihre von Tränen geröteten Augen und Wangen, entfachten in ihm ein Gefühl, dass er schon oft verspürt hatte. Sie erweckte in ihm wirkliches Mitgefühl und den Wunsch ihr helfen zu können. Aber er konnte nicht. Er kannte sie nicht. Er hatte immer geglaubt, sie zu kennen, aber er wusste es nun besser. Wieso hatte sie ihn geküsst? Wieso spielte sie so mit ihm. Er wusste, dass Jelais weder durfte noch wollen würde. Er war viel zu alt und außerdem ihr Diener. Er war wie ein Bruder und doch fühlte Kylar, dass er etwas empfand, was unmöglich sein konnte. Also warum verdammt noch mal musste sie ihn unbedingt küssen?!
„Ihr hättet das nicht tun dürfen…“, murmelte er leise und stand dann auf. Er blickte auf Pergament und Feder, machte sich aber nicht die Mühe die Zeilen zu lesen. Sein Gesicht wirkte hart, aber irgendwie auch gequält.
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